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Betriebsratswahlen 2014 abgeschlossen

Belegschaften nehmen Einfluss

16.06.2014 Ι Von März bis Mai fanden bundesweit die Betriebsratswahlen statt. Dann haben die meisten Belegschaften entschieden, wer sich in den kommenden vier Jahren für ihre Interessen stark machen soll.

Für sie war es das erste Mal: Bei der Firma Scattolini FBT in Ludwigsfelde wurde am 24. April ein Betriebsrat gewählt und das auch noch mit einer sensationellen Wahlbeteiligung. Alle 15 Beschäftigte beteiligten sich an der Wahl. Den Stein des Anstoßes gab das Thema Urlaub. In dem 15-Mann-Betrieb werden für den Mercedes Transporter Sprinter die aus Italien gelieferten Pritschenteile zusammengebaut. Doch immer dann, wenn der Transporterhersteller Mercedes einen Betriebsruhetag hat, sollten die Mitarbeiter von Scattolini einen Tag Urlaub nehmen - so der Plan ihres Arbeitgebers. 25 Ruhetage bei Mercedes - das hieß im Klartext 25 Urlaubstage für die Scattolini-Mitarbeiter. Doch tatsächlich gewährt deren Arbeitgeber nur einen Urlaubsanspruch auf 24 Tage. Das wollten sich die Beschäftigten nicht gefallen lassen. Sie suchten Rat und bekamen Hilfe von der IG Metall.

 

Ohne Betriebsrat keine Mitbestimmung

Die Mitbestimmung macht den Unterschied - nicht nur wenn es um Urlaub geht. Auch in vielen anderen Bereichen können Betriebsräte mitreden. Wer wann, wie, zu welchen Bedingungen eingestellt oder gekündigt wird, auch das können Betriebsräte beeinflussen. Sie stellen Transparenz her und können Alleingänge des Arbeitgebers verhindern -beispielsweise auch bei der Arbeitszeit, dem Entgelt und in Berufsbildungsfragen. Betriebsräte können viel bewirken, gerade dann, wenn der einzelne Arbeitnehmer an Grenzen stößt. Und: Gibt es in einem Unternehmen gar keinen Arbeitnehmervertretung, schauen die Beschäftigten bei Problemen oftmals in die Röhre.

 

Betriebsräte haben viele Aufgaben und sie gestalten aktiv die Arbeitsbedingungen in den Betrieben mit. Dazu gehört es, zu kontrollieren, ob Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften und Tarifverträge eingehalten werden und wie der Arbeits- und der betrieblicher Umweltschutz gefördert werden kann. Und sie wirken dabei mit, die Gleichstellung von Frauen und Männern voran zu treiben; sowie Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb zu bekämpfen.

 

Als gewählte Interessenvertreter haben Betriebsräte gegenüber dem Arbeitgeber gesetzlich festgelegte Informations-, Beratungs- und Mitbestimmungsrechte. Die Grundlage dafür steht im Betriebsverfassungsgesetz. So kann der Betriebsrat gegenüber dem Arbeitgeber auch kritische Themen ansprechen und seinen Einfluss geltend machen.

 

Mit Betriebsrat geht es besser
Die IG Metall unterstützt bei den Wahlen und ist auch anschließend für die Arbeitnehmervertreter da. Sie ist aber auch in den Firmen engagiert, in denen es bislang noch keinen Betriebsrat gibt. Wie beispielsweise bei HFP Bandstahl in Bad Salzungen. Dort hat die IG Metall Suhl-Sonneberg die Belegschaft unterstützt, die dann im Mai einen neunköpfigen Betriebsrat wählte. Auch die Beschäftigten bei Böhmer Automotive und Böhmer Maschinenbau in Steinebach haben erstmals einen gemeinsamen Betriebsrat gewählt. Auch hier half die IG Metall - ebenso wie bei der Firma Scattolini in Ludwigsfelde. Bei Scattolini wissen die Beschäftigten inzwischen auch, was sie an ihrer Gewerkschaft haben: Jeder zweite ist dort inzwischen IG Metall-Mitglied.

Der offizielle Wahltermin war Anfang März bis Ende Mai. Der ist zwar vorbei, doch jeder Beschäftigte, der in einem Betrieb ohne Betriebsrat arbeitet, kann sich bei der für ihn zuständigen IG Metall Unterstützung holen. Die Gewerkschaft hilft auch, wenn der Arbeitgeber die Betriebsratswahlen verhindern will.

 

Möglich sind Betriebsratswahlen in Betrieben, in denen fünf Arbeitnehmer ständig beschäftigt und über 18 Jahre alt sind. Von den fest angestellten Beschäftigten müssen drei wählbar sein, die im Betrieb bereits ein halbes Jahr arbeiten. Ab drei Monaten Einsatzzeit wählen Leiharbeitskräfte den Betriebsrat mit. In kleineren Firmen mit fünf bis 50 Arbeitnehmern gibt es ein verkürztes und vereinfachtes Wahlverfahren.


Mithilfe der IG Metall immer up to date

Betriebsräte müssen ihr Handwerk verstehen, dann können sie dem Arbeitgeber auch Paroli bieten. Gerade zu Beginn der Amtszeit ist es daher besonders wichtig, sich zu qualifizieren. Nicht nur die neugewählten, sondern auch erfahrene Betriebsratsmitglieder müssen "up to date" sein. Die IG Metall bietet mit ihrer Seminarreihe "BR-Kompakt"  für alle das passende Angebot. Die Ausbildungsreihe umfasst sieben Seminare. Die aufeinander abgestimmten Seminare vermitteln fachliche und methodische Kompetenzen und das gewerkschaftliche Know-how.

 

Für diejenigen, die noch nicht sofort ein Seminar besuchen können, bietet die IG Metall ein Startpaket im IG Metall-Mitgliederbereich an. Darin finden vor allem neu gewählte Betriebsräte kompakt alle wichtigen Fragen und Infos rund um die Betriebsratsarbeit.

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