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© Michael Feldhusen

Bei Traditionsfirma erstmals Betriebsrat gewählt

Betriebsrat bei Metall- und Stahlbau Fechner gegründet

08.11.2016 Ι Im Unternehmen mitbestimmen - das können Beschäftigte am besten mit einem Betriebsrat. Er sorgt für Schutz und Gestaltungsmöglichkeiten. Das ist auch dann von Vorteil, wenn Unternehmen und Belegschaft kollegial miteinander umgehen. Mit Unterstützung der IG Metall haben die Beschäftigten bei Fechner in Nordenham 136 Jahre nach Firmengründung erstmals einen Betriebsrat gewählt.

"Einfach mal den Chef ansprechen, das konnte man bei Fechner schon immer", erklärt Michael Feldhusen, der neue Betriebsratsvorsitzende beim Stahl- und Metallbau-Unternehmen in Nordenham-Blexen. Doch einige Mitarbeiter hätten sich das nicht getraut.

 

Wenn etwas geklärt werden musste, waren es früher die "Altgesellen", also die Beschäftigten, die schon jahrelang im Betrieb waren, die die Interessen der Belegschaft gegenüber der Geschäftsleitung vertraten. Doch als einige dieser  Beschäftigten in den Ruhestand gingen, "entstand eine Lücke, die nicht so einfach geschlossen werden konnte", so Betriebsrat Feldhusen. "Es gab kein Sprachrohr mehr zwischen Belegschaft und Unternehmensleitung und nicht jeder will oder kann direkt zum Vorgesetzten gehen und seine Interessen vertreten". Obgleich das Verhältnis zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern vom Grundsatz gut sei ebenso wie das Arbeitsklima.

 

Dass am 21. Oktober mit Unterstützung der IG Metall erstmals bei Fechner ein Betriebsrat gewählt wurde, wird von allen Seiten begrüßt - vom Arbeitgeber ebenso wie von den Mitarbeitern. 77 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich an der Wahl. Der Betriebsrat bei Fechner hat jetzt fünf Mitglieder und wird in Kürze seine Arbeit aufnehmen. Die Belegschaft hat nun einen direkten Ansprechpartner aus ihrer Mitte und die Geschäftsleitung einen Verhandlungs- und Gesprächspartner aus der Belegschaft auf Augenhöhe.

 

Neu gewählter Betriebsrat, von re: Rene Bartsch, Michael Feldhusen, Jörg Plump, Andre Böschen, Markus Staackmann und Ralph Schäfer (IG Metall Wesermarsch)

 

Ob fair geregelte Arbeitszeiten, gute Arbeitsbedingungen, gerechte Eingruppierungen, eine qualifizierte Berufsausbildung und die Übernahme danach - die Situation in den Unternehmen verändert sich ständig und damit auch die Anforderungen. Vieles im Betrieb können die Mitarbeiter nicht direkt mit dem Vorgesetzten klären - für manche Angelegenheiten und Probleme brauchen Arbeitnehmer einen starken Partner. Einen, der den Überblick hat, der weiß, was zu tun ist und sich im Gesetz auskennt. Und einen, der im Streitfall den Konflikt gemeinsam mit den Beschäftigten beilegt. Die Erfahrung zeigt: Dort, wo es Betriebsräte gibt, sind die Arbeitsbedingungen und die Einkommen besser.

 

Auch beim traditionsreichen Familienunternehmen Fechner, das vor 136 Jahren gegründet wurde, ist es deshalb von Vorteil, dass die Belegschaft nun einen Betriebsrat hat. Damit gilt das Betriebsverfassungsgesetz. Es setzt die Regeln und verhindert, dass Vorgesetzte einfach bestimmen oder Beschäftigte ungerecht behandelt werden. Feldhusen: "Vor einigen Jahren war das Unternehmen in einer  wirtschaftlich schwierigen Lage. Damals hatte der Chef die Arbeitszeit um eine Stunde in der Woche verlängert. "Solche Aktionen müssen künftig mit dem Betriebsrat abgestimmt werden",  freut sich Michael Feldhusen.

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