Kassenbericht 2026
„Wir sind da, wo unsere Mitglieder uns brauchen: vor Ort im Betrieb“

Die Beitragseinnahmen haben sich auch 2025 stabil entwickelt. Den größten Anteil davon erhalten die Geschäftsstellen. Dort findet die tägliche Arbeit mit unseren Mitgliedern und betrieblichen Aktiven statt. „Die Arbeit vor Ort soll weiter gestärkt werden“, sagt Hauptkassiererin Nadine Boguslawski.


3. Juli 20263. 7. 2026


Nadine, wie haben sich die Beitragseinnahmen im Jahr 2025 entwickelt?

Die Beitragseinnahmen sind im Jahr 2025 stabil geblieben. Unsere Einnahmen liegen nun bei 648 Millionen Euro.

Wofür wird das Geld der Mitgliederverwendet?

Der größte Teil unserer Einnahmen ist und bleibt für die Arbeit vor Ort in den Geschäftsstellen und Betrieben bestimmt. Insgesamt haben wir dafür 235 Millionen Euro bereitgestellt. Das ist gut investiertes Geld.

Warum ist es wichtig, die Arbeit vor Ort weiterhin finanziell zu stärken?

Das ist ganz einfach: Die Basis für gute Tarifverträge und bessere Arbeitsbedingungen sind unsere Mitglieder. Daher sind wir dort, wo sie arbeiten und leben. Vor Ort findet die Zusammenarbeit mit unseren Vertrauensleuten, Betriebsräten, Jugend- und Auszubildenden- sowie Schwerbehindertenvertretungen statt. Und viele unserer Seniorinnen und Studierenden sind Aktivposten unserer Organisation.

Die Zeiten sind stürmisch, in vielen Betrieben schlägt die Transformation voll durch.

Ja, die wirtschaftliche Lage und die Situation in den Betrieben ist vielerorts schwierig. Gerade in diesen Krisenzeiten wollen wir mit unseren Mitgliedern im Gespräch bleiben und gemeinsam Themen angehen. Unsere Mitglieder verdienen einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz und gute Tarifverträge. Auch die Noch-nicht-Mitglieder im Betrieb sprechen wir an und fragen, wo der Schuh drückt. Nur gemeinsam können wir den Wandel von Industrie, Handwerk und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sozial, ökologisch und fair gestalten.

Auch 2025 wurde sehr viel in Bildungsmaßnahmen investiert. Warum ist das in Krisenzeiten kein Luxus?

Viele Menschen sind verunsichert und verstehen die Welt nicht mehr. Sie scheint aus den Fugen. Gerade daher ist gewerkschaftliche Bildungsarbeit so wichtig. Im vergangenen Jahr haben wir in unseren Bildungszentren und Geschäftsstellen knapp 43 Millionen Euro für die Bildungsarbeit aufgewendet. In unseren Seminaren haben wir über 85 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer qualifiziert. 

Was ist das Besondere an unseren Seminaren?

Das Ziel von gewerkschaftlicher Bildungsarbeit ist, dass unsere Aktiven lernen, wie sie sich ganz konkret gegen Stellenabbau, Arbeitsverdichtung oder in Tarifbewegungen wehren und einmischen können. Unsere haupt- und ehrenamtlichen Bildungsreferentinnen und -referenten vermitteln das nötige Wissen über Betriebsratsrechte, Tarifverträge, wirtschaftliche Zusammenhänge und Strategien zum Handeln. Gleichzeitig bringt die Bildungs- arbeit Kolleginnen und Kollegen zusammen, macht aus Einzelnen eine starke Gemeinschaft. So entsteht die Kraft, Krisen nicht nur auszuhalten, sondern gemeinsam bessere Lösungen durchzusetzen. 

Wie werden unsere Mitglieder noch unterstützt?

Für die direkte Unterstützung unserer Mitglieder haben wir im Jahr 2025 rund 21 Millionen Euro eingesetzt. Die Auseinandersetzungen mit Arbeitgebern, die sich nicht mehr an Tarifverträge halten wollen oder diese komplett ablehnen, nehmen zu. Die Konflikte werden härter und mit unseren Satzungsleistungen bekommen Mitglieder Streikgeld sowie Unterstützung in besonderen Notlagen und bei Maßregelung in betrieblichen Konflikten. Außerdem gibt es finanzielle Unterstützung für Rentnerinnen und Rentner, Unterstützung bei Sterbefällen und Freizeitunfällen. Zudem finanzieren wir mittelbar über den DGB den Rechtsschutz in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen für unsere Mitglieder.  

Von welcher Summe sprechen wir da?

2025 haben wir fast 33 Millionen Euro an den DGB Rechtsschutz gezahlt. Der DGB Rechtsschutz hat im vergangenen Jahr für unsere Mitglieder insgesamt 54 923 Fälle mit einem Erfolgswert von rund 116 Millionen Euro, das sind 12 Millionen Euro mehr als 2024, bearbeitet. Auch die Zahl der bearbeiteten Fälle im Vergleich zum Vorjahr hat zugenommen. Leider, denn das zeigt, dass wir unsere Mitglieder immer häufiger bei Rechtsstreitigkeiten mit ihrem Arbeitgeber zur Seite stehen, weil keine gütliche Einigung gefunden wurde. In der Arbeitswelt wünschen wir uns mehr Kooperation statt Konflikt. Aber wir können beides. 

Dazu fließt Geld in die Streikkasse.

So ist es. Unsere Streikkasse ist ordentlich ­gefüllt. ­Die Arbeitgeber müssen wissen: Kein Streik wird am Geld scheitern.

IG Metall Hauptkasse - Aufwands- und Ertragsrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025

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Wöchentlich „Aktuelles für Aktive“