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Aktionskonferenz in Essen: Druck auf Kfz-Innung in NRW wächst. Foto: Thomas Range

Aktionskonferenz in Essen: Druck auf Kfz-Innung in NRW wächst

"NRW darf keine tariffreie Zone im Kfz-Handwerk bleiben"

22.07.2013 Ι Mit Warnstreiks und Demonstrationen forderten vergangene Woche in NRW etwa 4000 Kfz-Beschäftigte von ihren Arbeitgebern die Rückkehr zum Tarifvertrag. "Wer sich Tarifverhandlungen verweigert, der bricht unsere Verfassung", erklärte IG Metall-Co-Vorsitzender Detlef Wetzel am Samstag auf der Aktionskonferenz in Essen.
Als "eine Schande" bezeichnete der Zweite IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel das feige Verhalten der Kfz-Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen. Fast bundesweit bescheren Tarifabschlüsse den Kfz-Beschäftigten zweimal 2,8 Prozent mehr Geld, aber in NRW lassen die Kfz-Chefs die Tarifrunde platzen.


Warnt Innungen vor Verfassungsbruch. Detlef Wetzel auf der Aktionskonferenz in Essen. Foto: Thomas Range


Bruch jeglicher Fairness

Nordrhein-Westfalen dürfe keine tariffreie Zone im Kfz-Handwerk bleiben, betonte Wetzel auf der Aktionskonferenz in der Messe in Essen. Dort hatten sich am Samstag rund 650 Kfz-Handwerker, Betriebsräte und IG Metall-Sekretäre versammelt, um den Druck auf die Autohäuser und Kfz-Innungen zu erhöhen. Die Tarifautonomie sei im Grundgesetz verankert. "Wer sich Tarifverhandlungen verweigert, der bricht unsere Verfassung", erklärte der Zweite IG Metall-Vorsitzende weiter und stellte provokativ fest: Wenn die Innungen ihrer Aufgabe, Tarifverhandlungen zu führen, nicht mehr nachkommen, "dann brauchen wir sie nicht mehr".

IG Metall-NRW-Bezirksleiter Knut Giesler griff in Essen die Kfz-Arbeitgeber frontal an: Sie wollten "den Bruch jeglicher Fairness" und "das endgültige Aus für den Flächentarifvertrag". Dem Dumpingwettlauf sei so Tor und Tür geöffnet.

In den Autohäusern rumort es gewaltig

Die IG Metall will die Landesinnung der Kfz-Betriebe wieder an den Verhandlungstisch zurückholen und hat den Landesverband NRW am 3. Juli schriftlich zu Verhandlungen aufgefordert. 2008 war die Innung aus dem Tarifgeschäft ausgestiegen; Mitte Juni diesen Jahres erklärte ihre Nachfolgeorganisation, die Tarifgemeinschaft der Kfz-Arbeitgeber, sich als nicht verhandlungsfähig. Während fast bundesweit die Beschäftigten in diesem und im nächsten Jahr jeweils 2,8 Prozent bekommen, sollen die Kfz-Handwerker in Nordrhein-Westfalen leer ausgehen.



Den Kfz-Beschäftigten im Ruhrpott reicht's. In den Autohäusern und Werkstätten rumort es gewaltig. Letzte Woche machten über 4000 Kfz-Handwerker mit Warnstreiks und Demonstrationen deutlich: "Wir lassen unseren Tarifvertrag nicht verschrotten. Und wir machen die miesen Machenschaften des Arbeitgeberverbands publik." Allein in Düsseldorf, Detmold, Dortmund und in Köln ließen 1500 Kfz-Beschäftigte aus 31 Autohäusern bis zu drei Stunden die Arbeit ruhen und versammelten sich zu den Kundgebungen.

Ein Kfz-Gewerbe ohne Flächentarifvertrag sei wie ein Auto auf Notlaufrädern, sagte Knut Giesler: "Damit kommt man nicht weit, fliegt aber schnell aus der Kurve."

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Aktiv für Kfz-Tarifvertrag in NRW. Foto: Thomas Range
Mehr Geld im Kfz-Handwerk

Die Tarifabschlüsse bringen den Kfz-Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben mehr Geld in zwei Stufen. Unter dem Strich steht ein Einkommensplus von rund 5,8 Prozent über zwei Jahre.

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