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Warum deutsche Hersteller von der Abwrackprämie profitieren. Foto: chrischu/Photocase/www.photocase.de

Warum deutsche Hersteller von der Abwrackprämie profitieren

These Nr.2:

Von der Abwrackprämie profitierten vor allem ausländische Hersteller von Kleinwagen, nicht aber die deutschen Hersteller.

Und so sieht es tatsächlich aus:
Die staatliche Abwrackprämie hat den Autoabsatz in Deutschland im Juni noch einmal kräftig angekurbelt. Im ersten Halbjahr 2009 stiegen die Pkw-Neuzulassungen auf dem Inlandsmarkt um 26 Prozent auf 2,06 Mio. Autos, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Allein im Juni wurden mit 427.000 Pkw über 40 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen als im Vorjahresmonat. Dies ist der höchste Juni-Wert seit der Wiedervereinigung.

Mini-Segment profitiert
Es werden vermehrt kleine Autos gekauft. Das Mini-Segment (z.B. Ford Ka) stieg um +124 Prozent, Kleinwagen (z.B. Opel Corsa) verbesserten sich gegenüber dem Vorjahr um +79 Prozent und in der Kompaktklasse (z.B. VW Golf) lag die Zuwachsrate bei +27 Prozent. Diese drei Pkw-Segmente machen inzwischen mit 63 Prozent den Großteil des Marktes aus. Deutliche Einbußen gab es in der Oberen Mittelklasse, z.B. 5er-BMW (-18,5 %) und der Oberklasse, z.B. Audi A8 (-24 %) sowie bei den Sportwagen, z.B. Porsche 911 (-30 %). Das veränderte Kaufverhalten wirkt sich bei den Herstellern aus. Während VW (+31,2 %), Opel (+29,8 %), Ford (+44,0 %) und Smart (+8,0 %) davon profitierten, waren die anderen deutschen Marken zum Teil stark rückläufig (Mercedes -15,9 %).

420.000 Anträge bearbeitet
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat bisher 420.000 Anträge auf die Prämie bearbeitet. Danach entfallen gut die Hälfte aller prämienbedingten Zulassungen auf deutsche Konzernmarken. In den Top 10 der prämienbedingt erfolgten Autokäufe seien die deutschen Konzernmarken mit insgesamt sieben Fahrzeugen vertreten. Auch die deutschen Premiummarken seien im Jahreswagengeschäft erfolgreich: Auf sie entfalle gut jeder neunte prämienbegünstigte Jahreswagen; insgesamt erreichten die deutschen Marken hier einen Anteil von 60 Prozent.

Deutsche Hersteller verdienen auch im Ausland
Oberflächlich betrachtet mögen ausländische Hersteller - vor allem von Kleinwagen - verstärkt profitieren. Es lohnt sich aber, genauer hinzuschauen: Die meisten Fahrzeuge, die in Europa verkauft werden, werden auch an europäischen Standorten produziert - auch die Kleinwagen, die nun dank der Abwrackprämie so boomen. Viele dieser Kleinwagen stammen aus der ausländischen Produktion deutscher Hersteller: Polo und Corsa aus Spanien, Ford Ka und VW Caddy aus Polen oder Smart aus Frankreich. Hier verdienen also auch die deutschen Hersteller. Ebenso bei den Fahrzeugen der japanischen und koreanischen Marken. Auch diese werden in Europa produziert.

Zuliefererindustrie
Auch die deutschen Automobilzulieferer profitieren davon. Sie liefern schließlich Autoteile, Anlagen und Maschinen für die Produktion in alle europäischen Werke. Sie profitieren damit ebenfalls von der Abwrackprämie.
Schließlich hilft die Ankurbelung des europäischen Marktes auch dabei, den Wertschöpfungsprozess aufrecht zu erhalten. Davon profitiert letztendlich die gesamte deutsche Exportindustrie.

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