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Tarifkonflikt Textilindustrie West: Tarifkommissionen konkretisieren weitere Warnstreiks

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Tarifkonflikt Textilindustrie West: Tarifkommissionen konkretisieren weitere Warnstreiks

Arbeitgeber schalten auf stur! "Wir sind bereit"

16.02.2017 Ι In der Textil-Tarifrunde setzen die Arbeitgeber weiter auf Eskalation. Sie waren nicht bereit, ihr dürftiges Angebot nachzubessern und mit der IG Metall eine Lösung zu finden. Jetzt wird die IG Metall die Textiler zu weiteren Warnstreiks mobilisieren und den Konflikt dort austragen, wo die Arbeitgeber am empfindlichsten zu treffen sind.

Nach 14 Stunden war in Saarlouis Schluss: Auch das erneute Angebot der Arbeitgeber in der dritten Verhandlungsrunde war völlig unzureichend. Nach ihrem Willen soll es für einen Monat gar keine Erhöhung geben und danach drei Monate jeweils 50 Euro. Ab dem 1. Juni 2017 wollen sie dann eine Erhöhung von 2,1 Prozent zugestehen und in einer zweiten Stufe ab April 2018 eine weiteres Plus von 2,1 Prozent. Das alles bei einer Laufzeit von 25 Monaten.

"Die Beschäftigten der Branche haben eine faire Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg verdient und lassen sich nicht mit so niedrigen Erhöhungen abspeisen", erklärte IG Metall-Verhandlungsführer Manfred Menningen nach dem Verhandlungsmarathon in Saarlouis. Ein neuer Gesprächstermin wurde nicht vereinbart.
 


Wie geht es jetzt weiter?

Mehr als 14 000 Textiler haben bisher mit ihren machtvollen Warnstreiks eine klare Botschaft an die Arbeitgeber gesendet: "Wir sind bereit" - sollten sie nicht ihre Blockadehaltung aufgeben und ein vernünftiges Angebot auf den Tisch legen. Ab heute kommen die IG Metall-Tarifkommissionen zusammen, um sich zu beraten und weitere Arbeitskampfmaßnahmen zu konkretisieren. Dabei steht jetzt schon fest: Die IG Metall und die Textiler werden den Konflikt dort austragen, wo sie die Arbeitgeber am empfindlichsten treffen können.

Einen Vorgeschmack haben die Beschäftigten bei den Automobilzulieferern bereits gegeben: Im Saarland legten gestern rund 600 Textiler die Arbeit nieder und demonstrierten zur dritten Verhandlung in Saarlouis. Die meisten von ihnen waren Beschäftigte der Zulieferer Motus Headliner in Überherrn und Adient in Saarlouis. Motus produziert Dachhimmel für zahlreiche Autohersteller, Adient (ehemals Johnson Controls) stellt Autositze für das Saarlouiser Ford-Werk und den Smart in Hambach her.

Auch in Süddeutschland traten gestern Textiler von Autozulieferern in einen kurzzeitigen Ausstand. Insgesamt ließen in Bayern 850 Beschäftigte die Arbeit ruhen. Beim Autositzhersteller Faurecia in Neuburg-Grünau warnstreikten alle drei Schichten. Die Folgen der Warnstreiks waren bis zu Audi zu spüren, wo im Laufe des Tages die Textilien für das Autoinnere knapp wurden.

 

Arbeitgeber können Eskalation stoppen

Die IG Metall erinnert die Arbeitgeber noch mal an ihre Forderung: 4,5 Prozent für eine Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine bessere Altersteilzeit mit einem Aufstockungsbetrag von 550 Euro. Zudem will die IG Metall die Altersteilzeitquote von zwei auf 2,5 Prozent erhöhen.

Die Verhandlungskommission der IG Metall hat beschlossen, den Druck mit weiteren Warnstreiks auf die Unternehmen zu erhöhen und zu konkretisieren. Die Arbeitgeber haben es selbst in der Hand, die Eskalation zu stoppen und eine Lösung mit der IG Metal zu finden.

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