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Stahl-Tarifrunde: 2600 Stahlarbeiter im Warnstreik
Nichts ging mehr

2600 Stahlarbeiter aus neun Betrieben waren heute im Ausstand. In Dortmund, Düsseldorf, Krefeld, Siegen-Geisweid, Witten und Georgsmarienhütte demonstrierten sie für ihre Forderungen. Damit erhöhte die IG Metall den Druck für einen zügigen und guten Tarifabschluss.


Überall im Nordwesten stand heute die Stahlproduktion für bis zu zwei Stunden. Den Auftakt machten um 8.30 Uhr die Stahlarbeiter der Georgsmarienhütte. Über 500 Hüttenbeschäftigte beteiligten sich um 9.30 Uhr an der Kundgebung mit anschließendem Warnstreikfrühstück.

Ab 9 Uhr ruhte die Arbeit in Krefeld bei ThyssenKrupp Nirosta, bei den Deutschen Edelstahlwerken und bei Schmolz und Bickenbach. Auf dem Werksgelände von ThyssenKrupp Nirosta versammelten sich 500 Beschäftigte zu einer Kundgebung.

Warnstreik in Krefeld. Foto: Thomas Range
Warnstreik in Krefeld. Foto: Thomas Range


In Witten zogen am Vormittag 600 Arbeitnehmer vor das Werkstor der Deutschen Edelstahlwerke. Hier stand die Produktion ebenfalls vollständig. Vor dem Werkstor der Deutschen Edelstahlwerke Südwestfalen in Siegen-Geisweid beteiligten sich 300 Beschäftigte am Warnstreik. Auch hier ging nichts mehr.

Warnstreik in Witten. Foto: Manfred Müller
Warnstreik in Witten. Foto: Manfred Müller

Am Mittag pausierte die Arbeit

Punkt 12 Uhr ging es los mit dem Warnstreik vor der Westfalenhütte in Dortmund. 500 Stahlkocher der ThyssenKrupp Steel Europe AG und von HSP Hoesch Spundwand sowie Profil GmbH protestierten dort lautstark für mehr Geld, die Übernahme auf Dauer und bessere Altersteilzeit.

Im gesamten Werk von ThyssenKrupp Nirosta legten ab 12.45 Uhr etwa 200 Beschäftigte in Düsseldorf-Benrath die Arbeit nieder. Auch hier gab es eine Kundgebung vor dem Werkstor. Dort erklärte Thomas Hay, Bezirkssekretär der IG Metall NRW: „In der Übernahmefrage gibt es kein Zurück. Die Übernahme auf Dauer muss zur Regel werden. Das ist gut für die Zukunft der jungen Generation und gut für die Zukunft unserer Industrie.“

Morgen weitere Warnstreiks

Am morigen Donnerstag ruft die IG Metall zu weiteren Warnstreiks in der nordwestdeutschen Stahlbranche auf. Ausstände sind geplant in Bremen, Bochum, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Ennepetal, Hagen, Herborn, Remscheid, Salzgitter, Peine und in Siegen.

Nötiger Druck für zügigen und guten Abschluss

Der Grund für die Warnstreiks ist die gescheiterte zweite Tarifverhandlung am 7. November in Gelsenkirchen. Dort verweigerten die Arbeitgeber abermals ein Angebot. Die IG Metall fordert für die 75 000 Stahlbeschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sieben Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme für Ausgelernte und eine verbesserte Altersteilzeit. Mit den Warnstreiks will die IG Metall den Druck erhöhen, um zügig einen guten Tarifabschluss zu erreichen.

In der kommenden Woche sind ebenfalls Warnstreiks in Mülheim und Düsseldorf geplant. Nächster Verhandlungstermin ist der 21. November in Düsseldorf.
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