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Holz-Tarifrunde: Interview mit Brigitte Döth
Die Voraussetzungen sind gut

Parallel zur Metall- und Elektrobranche läuft die Tarifrunde in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie. „Beim Geld haben die Kolleginnen und Kollegen Nachholbedarf“, sagt Brigitte Döth im Gespräch. Die Gewerkschafterin ist beim IG Metall-Vorstand zuständig für die Branche.



Brigitte, worum geht es bei dieser Tarifrunde?
Brigitte Doeth: Es geht um Geld. Wir führen diesmal eine reine Entgelttarifrunde. Die Tarifkommissionen haben Ende Oktober eine Forderung von 6 Prozent mehr Geld beschlossen.

Warum gibt es keine qualitativen Forderungen?
In der vergangenen Tarifrunde haben wir mit dem Demografietarifvertrag eine qualitative Forderung erreicht. Er eröffnet die Möglichkeit zur Altersteilzeit, aber auch zu weiteren Optionen rund um gesundheitsfördernde Maßnahmen. In der anstehenden Tarifrunde wollen die Kolleginnen und Kollegen vor allem mehr Geld. Sie sehen da einfach Nachholbedarf.

Wie viele arbeiten in der Branche?
In der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie arbeiten rund 170 000 Beschäftigte und es gibt nicht nur eine Branche. Zu ihr gehören die Möbelindustrie, Spielwarenhersteller, Musikinstrumentebauer, die Produzenten von Spanplatten, Hersteller von Verpackungen (auch aus Kunststoff) und ein Teil der Hersteller von Wohnmobilen und Wohnwagen.

Unterscheiden sie sich in ihrer wirtschaftlichen Lage?
Im Großen und Ganzen geht es allen gut. Die Möbelhersteller und die Hersteller von Produkten für die Bauindustrie profitieren vom Bauboom, aber auch vom privaten Konsum. Die wenigen Unternehmen, denen es schlecht geht, haben größere Probleme als einen Tarifabschluss. Kurz: Die wirtschaftliche Lage war selten so gut wie im Moment. Die Forderung ist mehr als angemessen.

Wie geht es weiter?
Der IG Metall-Vorstand entscheidet am 14. November endgültig über die Forderung. Ende November/Anfang Dezember starten die ersten Verhandlungen. Am 31. Dezember enden die Tarifverträge und in einigen Bundesländern auch die Friedenspflicht.

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