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Stahlkonzern: ThyssenKrupp AG vor strategischer Weiterentwicklung

Kein Konzernumbau auf Kosten der Beschäftigten

11.12.2012 Ι ThyssenKrupp steht vor einem Konzernumbau. Grund sind der Verlust von fünf Milliarden Euro, den der größte deutsche Stahlkonzern im Geschäftsjahr 2011/2012 eingefahren hat. Bertin Eichler, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und geschäftsführendes Vorstandmitglied der IG Metall fordert einen "echten Neuanfang" mit umfassender Beteiligung der Arbeitnehmervertreter.

Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp muss einen Verlust von fünf Milliarden Euro verkraften. Nun steht der Konzern vor schwierigen Entscheidungen. Das zeichnete sich in der Aufsichtsratssitzung am 10. Dezember 2012 ab. Verantwortlich für den mit Abstand höchsten Verlust in der Firmengeschichte sind vor allem Fehlinvestitionen beim Bau von Stahlwerken in Brasilien und Alabama. Darüber hinaus muss der Stahlkonzern auch mit den Folgen illegaler Kartellabsprachen und Korruptionsvorwürfen kämpfen. Nun müssen mehrere Manager gehen und die neuen Stahlwerke in Brasilien und den USA werden abgestoßen. Zudem sollen Einsparungen in Milliardenhöhe durchgesetzt werden.

 

Die Arbeitnehmervertreter erwarten eine vollständige Aufklärung der Situation und einen umfassenden Neuanfang. Sie hatten schon von Anfang an im Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG die Projekte Steel Americas kritisch hinterfragt und auf Fehlentwicklungen hingewiesen.

Beispielsweise hatten sich die Arbeitnehmervertreter beim Bau der Kokerei vehement dafür eingesetzt, dass der Auftrag an den konzerneigenen Anlagenbauer Uhde geht und nicht das Unternehmen CITIC aus China damit beauftragt wird. Deren Referenzanlagen stellten sich im Nachhinein als Falschinformation heraus. Auch die Annahmen über Preisentwicklungen auf den relevanten US-Märkten haben sich im Nachhinein als viel zu optimistisch, teilweise sogar falsch herausgestellt. Doch auf kritische Nachfragen im Aufsichtsrat wurden diese Annahmen jedoch mehrfach als zutreffend dargestellt.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat  der ThyssenKrupp AG haben eine gemeinsame Erklärung verabschiedet. Sie erwarten, dass die verbleibenden Geschäftsfelder nachhaltig gestärkt werden, um die Zukunft und die Arbeitsplätze zu sichern. Bertin Eichler, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der ThyssenKrupp AG und geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, sagte: "Das Unternehmen braucht einen echten Neuanfang. Die Beschäftigten wollen, dass der Konzern Erfolg hat. Dafür arbeiten sie und engagieren sich. Und dafür werden sich die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat einsetzen".

Die Konzernleitung hat angekündigt, die beiden Stahlwerke in Brasilien und Alabama zu verkaufen. Dass damit nun weitere außerplanmäßige Milliardenabschreibungen anstehen, belastet das Unternehmen zusätzlich. Trotzdem werden die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat des Stahlkonzerns den Verkaufsprozess unterstützen. So kann der Weg für eine Neuordnung im Konzern frei gemacht werden. Doch dieser Umbau geht nur mit und nicht gegen die Beschäftigten, konstatiert Eichler. Die Arbeitnehmervertreter fordern, dass die Mitbestimmungsrechte gewahrt werden. Dazu gehört, dass die Interessenvertretung umfassend beteiligt wird und von Anfang an aktiv mitbestimmen kann.

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