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Stahlindustrie: Tarifrunde im Saarland eingeläutet

Stahlindustrie: Tarifrunde im Saarland eingeläutet

Saar-Stahl-Beschäftigte fordern fünf Prozent mehr

15.07.2014 Ι Tarifrunden-Auftakt Saar-Stahl: Für die Beschäftigten und Auszubildenden in der saarländischen Stahlbranche fordert die IG Metall fünf Prozent mehr sowie faire Werkverträge. Außerdem will die IG Metall die Tarifverträge zur Altersteilzeit an die neuen gesetzlichen Regelungen der Rente mit 63 anpassen.
Die IG Metall hat die Tarifrunde für die rund 15 000 Stahl-Beschäftigten im Saarland, im hessischen Wetzlar und im badischen Kehl eingeläutet. Löhne und Gehälter sollen um fünf Prozent steigen und für die Auszubildenden soll es laut Forderungsbeschluss der IG Metall-Tarifkommission ebenfalls fünf Prozent mehr geben.

Mit dieser Forderung orientiert sich die IG Metall daran, wie sich Preise und Produktivität mittelfristig entwickeln und an dem Anspruch, mindestens die Realeinkommen der Stahl-Arbeitnehmer zu sichern.

Tarifliche Standards für Werkverträgler

Zusätzlich will die IG Metall die Regelungen zur Altersteilzeit verbessern und den Einsatz von Werkvertragsmitarbeitern tariflich regeln. Die IG Metall bewertet die abschlagsfreie Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren als einen Erfolg. Um jedoch finanzielle Einbußen bei den Altersteilzeitverträgen zu verhindern, will die IG Metall den Altersteilzeit-Tarifvertrag neu regeln. Dabei geht es unter anderem um bereits vereinbarte Abfindungen und Lücken zwischen einer vereinbarten Altersteilzeit und der Möglichkeit, abschlagsfrei in Rente zu gehen.

Für den Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten strebt die IG Metall Tarifstandards an. Vor allem die "ausufernde Praxis der Fremdvergabe durch Werkverträge" ist der IG Metall ein Dorn im Auge. "Und das auch noch an der Mitbestimmung vorbei", kritisiert Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall Mitte.

Deshalb sei es wichtig und richtig, betont Schild, "zusätzlich zu fünf Prozent mehr Geld und Verbesserungen bei Altersteilzeit, Regelungen zum Einsatz von Werkvertragsbeschäftigten" zu fordern. Die Tarifverhandlungen für die saarländischen Stahl-Beschäftigten starten am 2. September 2014.

Stahl-Abschluss im Nordwesten und Osten

Die Tarifrunde für die Stahlbranche in Nordwest- und Ostdeutschland haben IG Metall und Arbeitgeber Anfang Juli mit einem Abschluss beendet. Dort hatte die IG Metall ebenfalls fünf Prozent mehr Geld gefordert. Das Tarifergebnis sieht unter anderem ein Einkommensplus von 2,3 Prozent ab diesen Juli vor und ein weiteres Plus von 1,7 Prozent ab Mai 2015.

Tarif

Lohn, Gehalt und mehr.

Links und Zusatzinformationen
Starik in Stahl: Portal zur Stahl-Tarifrunde
Mehr Geld für Stahlbeschäftigte
Mit ihren Warnstreiks ermöglichten im Juli die Stahlbeschäftigten in Nordwest- deutschland einen Tarifabschluss in der vierten Runde.
Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Tarifinfo
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