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Siemens will IT-Sparte SIS ausgliedern. Foto: dialog.igmetall.de

Siemens will IT-Sparte SIS ausgliedern

Siemens-Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze

18.03.2010 Ι Rund 7500 von derzeit 9700 Beschäftigten will die Siemens AG aus dem Bereich Siemens IT Solutions and Services (SIS) ausgliedern und in ein Unternehmen mit eigener Rechtsform überführen. Über diese Pläne hat das Managment heute am 18. März den Siemens-Gesamtbetriebsrat (GBR) informiert. Die IG Metall und der GBR lehnen die Pläne entschieden ab und fordern wiederholt ein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für SIS.

Die Beschäftigten von Siemens IT Solutions and Services (SIS) in Erlangen, Fürth und Nürnberg befürchten massive Einschnitte. Das Managment der Siemens AG hat im Wirtschaftsausschuss die Arbeitnehmervertreter am 18. März 2010 über die geplante Neuausrichtung der IT-Sparte SIS informiert.

Weltweit 4200 Arbeitsplätze gefährdet
Siemens plant, rund 7500 Stellen bei SIS einschließlich ihrer Tochterunternehmen aus der Siemens AG in Deutschland zum 1. Juli 2010 auszugliedern und später in ein Unternehmen mit eigener Rechtsform zu überführen. 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen bei der Siemens AG verbleiben. Siemens SIS beschäftigt im Ballungsraum Nürnberg rund 2200 Beschäftigte und in ganz Deutschland 9700. Weltweit sollen 4200 der insgesamt 35 000 SIS-Arbeitsplätze wegfallen.

Lothar Adler, GBR-Vorsitzender und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG, kritisiert, dass die ungeklärte Zukunft von über 2000 Beschäftigten, die nicht in die künftige SIS wechselten, für den Betriebsrat nicht hinnehmbar seien. "Diese Arbeitsplätze einfach abzuwickeln, wird der Verantwortung von Siemens für überwiegend langjährige Mitarbeiter in keiner Weise gerecht."

IG Metall und Betriebsrat vermissen tragfähiges Konzept
Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat lehnen die Pläne der Siemens AG für SIS entschieden ab. In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren sie, dass "trotz ihrer wiederholten und nachdrücklichen Forderungen kein tragfähiges wirtschaftliches Konzept für SIS existiert". Die Interessenvertreter befürchten, dass die aktuellen Pläne nur die jahrelange Abfolge von Restrukturierungen fortsetzten, die vor allem aus Kostensenkungen bestehen.

"Die SIS-Beschäftigten leisten seit über drei Jahren ihren Beitrag zur Kosteneffizienz. Trotzdem hat es weder grundlegende Veränderungen im Management noch ein tragfähiges Konzept gegeben. Den Versuch, diese Versäumnisse mit einer neuen Sparrunde zu kompensieren, lehnen wir ab", kritisiert Dieter Scheitor, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Siemens und Mitglied im Aufsichtsrat.

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