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Rohstoffmarkt: Duisburger Appell

Rohstoffmarkt: Duisburger Appell

Stoppt die Rohstoffspekulanten

22.04.2010 Ι Einen fairen Wettbewerb - das fordert der Gesamtbetriebsrat der ThyssenKrupp Steel Europe in einem Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Präsidenten der Europäischen Kommission José Manuel Barroso in seinem Duisburger Appell. Damit die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie auch weiterhin sicher sind.

Der Rohstoffmarkt wird von drei internationalen Giganten beherrscht: Rio Tinto, BHP und Vale. Zur Zeit versuchen diese Konzerne in Verhandlungen den Preis für Erz und Kohle in astronomische Höhen zu treiben. Dann könnten sich die Rohstoffe um mehr als 100 Prozent verteuern. Die Tonne Rohstahl würde um bis zu 100 Euro mehr kosten. Diese überzogenen Preisankündigungen der Rohstofflieferenaten bedrohen nicht nur die konjunkturelle Erholung in der Stahlindustrie. Die höheren Rohstoffpreise betreffen auch alle Abnehmerbranchen und gefährden damit auch dort die Arbeitsplätze.


Demonstranten beim Stahlaktionstag in Duisburg am 22. April 2010. Foto: Norbert Hüsson

Der Gesamtbetriebsrat ThyssenKrupp Steel Europe hat nun eine Unterschriftenaktion angestoßen. Er fordert

  • Stopp der Rohstoffspekulationen
  • Faire Wettbewerbsregeln und konsequentes Vorgehen gegen Rohstoffkartelle
  • Zukunftssicherung des Industriestandorts Europa und Erhalt unserer Arbeitplätze


Demonstranten beim Stahlaktionstag in Duisburg am 22. April 2010. Foto: Norbert Hüsson

Einseitiges Preisdiktat gefährdet Stabilität der Märkte
Der weltweite Erzmarkt wird derzeit zu 70 Prozent von einem Kartell bestehende aus den drei übermächtigen Erzproduzenten dominiert. Durch die geplante Fusion der der Konzerne BHP und Rio Tinto wird sich der Konzentrationsgrad weiter verschärfen. Da sind die Wettbewerbshüter in Brüssel gefordert. Die bisherigen Vertragsbeziehungen zwischen Rohstofflieferanten und Abnehmern haben Investitionssicherheit und ein hohes Maß an Planbarkeit für alle Beteiligten gewährleistet. Die jährliche Preisfestlegung und die direkten Verhandlungen zwischen Lieferanten und Stahlunternehmen stellten zudem sicher, dass extreme Preisschwankungen aufgrund kurzfristiger Marktumstände vermieden wurden. Stattdessen drohen nun Preise, die sich am Spotmarkt orientieren. Das führt zu Instabilität.

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