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Rohstoffe und Menschenrechte

Ökologisch und sozial Rohstoffe sichern

05.12.2013 Ι Das berechtigte Anliegen der Rohstoffversorgung darf nicht um jeden Preis und zu Lasten von Mensch und Umwelt in den Abbauländern erfolgen, erklärt die IG Metall aus Anlass der Rohstoffkonferenz in Berlin. Zusammen mit Misereor und Brot für die Welt setzt sie sich für einen fairen Abbau von Rohstoffen ein.
Rohstoffe können dazu beitragen, dass unser Klima geschützt wird und die Erde auf Dauer lebenswert bleibt. Klar ist, Deutschland ist als Industrienation auf die Einfuhr von Rohstoffen angewiesen. Deutsche Unternehmen brauchen Versorgungssicherheit und auskömmliche Preise. Daran hängen hierzulande jede Menge Arbeitsplätze. Ein Großteil der in Deutschland verwendeten Rohstoffe kommt aus Entwicklungs- und Schwellenländern - aus Afrika, Lateinamerika und Asien.

Die Erfahrungen von kirchlichen und nichtkirchlichen Organisationen sowie von Gewerkschaften in vielen Ländern zeigen, dass Menschenrechts- und Umweltstandards bislang keineswegs überall eingehalten werden. Die Zerstörung von Urwäldern und anderen sensiblen Ökosystemen, die Verseuchung von Flüssen, Grundwasser und Meeren sowie Luft- und Bodenverschmutzung sind immer noch häufige Folgeschäden des Rohstoffabbaus.


Missstände beim Namen nennen

"Es gebietet der schlichte Anstand, Missstände beim Namen zu nennen und gemeinsam Wege zu suchen, wie wir etwas verändern können", sagte Hannelore Elze, Leiterin des IG Metall Zweigbüros Stahl, auf der gemeinsamen Veranstaltung von IG Metall, Hans-Böckler-Stiftung, Misereor und Brot für Welt am 5. Dezember in Berlin. Wie kann der Abbau und die Verwertung von Rohstoffen ohne Raubbau an Beschäftigten und Natur gestaltet werden - das war die zentrale Frage auf der Veranstaltung "Rohstoffe - sicher und fair".  Denn oftmals werden indigene und andere lokale Gemeinschaften im Umfeld der Abbaugebiete zwangsumgesiedelt und verlieren ihr Land. Dadurch werden ihnen nicht nur die Lebensgrundlagen entzogen und ihre Menschenrechte auf Nahrung, Wasser, Gesundheit und Wohnen verletzt, sondern häufig auch ihre Identität gefährdet.

Zu dieser Problematik haben IG Metall mit Misereor und Brot für die Welt die gemeinsame Erklärung "Menschenrechte und Umweltschutz: Leitplanken bei der Rohstoffsicherung" verabschiedet. "Ohne Rohstoffe wird es keine Zukunftstechnologien geben und keine zukunftssicheren Arbeitsplätze in Deutschland, Europa und der Welt", erklärte Elze, Leiterin des IG Metall Zweigbüros Stahl. Rohstoffabbau findet weltweit statt, unter anderem in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern.


Industrie auf Rohstoffimporte angewiesen

Deutsche Industriebetriebe brauchen Rohstoffe aus diesen Ländern, wie beispielsweise Eisenerz und Bauxit. Bislang sind deutsche Unternehmen wenig am Rohstoffabbau im Ausland direkt beteiligt. Die Rohstoffversorgung sichert vielen Betrieben das Überleben und den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Brot für die Welt - der evangelische Entwicklungsdienst, die IG Metall und Misereor erwarten aber von den deutschen Industrieunternehmen und von der Politik, dass sie bei allen Maßnahmen zur Rohstoffsicherung bestehende menschenrechtliche, arbeitsrechtliche und ökologische Standards anerkennen, einhalten und von ihren Lieferanten einfordern. Nicht nur in Südafrika, China und Chile werden massiv Arbeitsrechte in den Minen und Abbaugebieten verletzt. Gravierende Arbeitsunfälle in den Förderregionen mit Verletzten und Toten sind zu beklagen. Gewerkschafter und Menschenrechtsverteidiger, die sich gegen solches Unrecht wehren, sind häufig selbst Opfer von Gewalt, Repression und Kriminalisierung.


Unternehmen mitverantwortlich

Deutsche Unternehmen sind mitverantwortlich für die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten sowie Umweltstandards. Die Bundesregierung ist daher aufgefordert, bestehende internationale Regeln und Mechanismen umzusetzen und weitere zu schaffen, um die weltweite Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz verbindlich festzuschreiben, zu kontrollieren und Verstöße zu sanktionieren. Die in der Erklärung genannten Prinzipien können als "Leitplanken der Rohstoffpolitik" dienen und sollten in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

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