Zwischen 450 000 und 750 000 Arbeitsplätze sieht die IG Metall infolge der Krise gefährdet. Das von der Gewerkschaft angeregte Jobpaket aus tariflichen und politischen Lösungen soll Entlassungen verhindern. Im Gespräch mit der „Welt“ erklärt der Erste Vorsitzende Berthold Huber, warum ...
... Beschäftigungssicherung für die IG Metall in der kommenden Tarifrunde über einer konkreten Lohnforderung steht.
„Wir brauchen neue Lösungen, wir können nicht immer dieselben Antworten geben. Jetzt geht es darum, dass die Krise nicht zur Katastrophe für die Arbeitsplätze wird“, beschreibt Berthold Huber die Herausforderung, vor der IG Metall und Arbeitgeber, aber auch die Politik in den kommenden Jahren stehen. Eine Nullrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie schloss er jedoch aus.
Arbeitslosigkeit verhindern Angesichts der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren und des drastischen Produktivitätseinbruchs in der Industrie appelliert Huber im Gespräch mit der „Welt“ an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit IG Metall und Arbeitgeberverbände in der anstehenden Tarifrunde ein Jobpaket zur Beschäftigungssicherung schnüren können. Der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft warnte: „Entlassungen wären auch für den Sozialstaat die teuerste aller Varianten.“
Ohne die Politik geht es nicht Das von der IG Metall ins Gespräch gebrachte Jobpaket sieht unter anderem eine längere Entlastung der Arbeitgeber über die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit bis Mitte 2012 sowie eine Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 28 bis 26 Stunden bei einem befristet beitragsfreien Teillohnausgleich vor. Die Maßnahmen seien allerdings davon abhängig, so Huber, ob die Politik die Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit (BA) bei konjunktureller und tariflicher Kurzarbeit Kurzarbeit sicherstellt.
Kein Lohnverzicht Der IG Metall-Vorsitzende stellt jedoch auch klar: „Es wird kein Jobpaket geben, ohne die Entgeltfrage zu klären.“ Die IG Metall wolle mindestens eine Sicherung der Reallöhne erreichen, ob dies über eine lineare Erhöhung oder einen Einmalbetrag geschehe, sei verhandelbar. Um die herausragende Rolle der Beschäftigungssicherung für eine solidarische Tarifpolitik hervorzuheben, sprach sich Huber jedoch dafür aus, ohne eine konkrete Prozentforderung in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern zu gehen.
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