Metaller Alazar Measho
Wir müssen das Rentensystem umwandeln

Wer körperlich arbeitet, kann das nicht bis 67 oder 68 und hat verdient, eine ordentliche Rente zu bekommen. Auch darf, wer hier arbeitet und lebt, nicht aufgrund von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung benachteiligt werden. Dafür setzt Metaller Alazar Measho sich mit seiner Stimme ein.


Bis zur Rente ist für Alazar Measho noch lange hin. Da denken wenige 33-Jährige über das Rentensystem nach. Alazar schon. Denn der gelernte Gießereimechaniker setzt sich als Betriebsrat bei VW Baunatal für die Beschäftigten ein. Bis 67 Jahre oder noch länger arbeiten, wie das einige Parteien fordern, das geht für Alazar an der Lebens- und Arbeitsrealität vieler der von ihm vertretenen Beschäftigten komplett vorbei.

„Wenn man sich anschaut, wie körperliche Arbeit die Menschen beansprucht, ist doch klar, dass das irgendwann nicht mehr geht, allein von der Physis her.“ Statt den Renteneintritt immer weiter nach hinten zu verschieben, spricht sich der Hesse für einen Wandel des Rentensystems aus. „Wir müssen das Rentensystem zu einem Solidar-Rentensystem umwandeln“, sagt er. Für Alazar bedeutet das, wer sein Berufsleben lang eingezahlt hat, muss am Ende auch davon leben können. Für den Metaller ist das eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit und der Solidarität. Um hier mitzubestimmen, wird er am 26. September zur Wahl gehen.  

Solidarität bedeutet für Alazar auch, sich für Antirassismus einzusetzen. Der Metaller macht sich für eine Gesellschaft stark, die bunt und gerecht ist. Ehrenamtlich engagiert er sich als Sprecher eines Gleichstellungs- und Vielfaltsausschusses innerhalb der IG Metall. Hier kämpft er dafür, dass die Kolleginnen und Kollegen in der Region Nordhessen keine Regressionen aufgrund ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung und religiösen Zugehörigkeit erfahren müssen.

Der Hesse wünscht sich, dass wir den Begriff „Migrationshintergrund“ überwinden: Der Stempel Migrantin oder Migrant schließe Menschen aus unserer Gesellschaft aus, die seit zwei oder drei Generationen hier lebten und Deutschland ihre Heimat nennen. Die künftige Bundesregierung fordert Alazar auf, sich ernsthaft dem Kampf gegen den Rechtsextremismus zu widmen. Um die Gesellschaft mitzugestalten, beteiligt sich Alazar an der Bundestagswahl.

Bundestagswahl 2021: Dafür setzen sich Metallerinnen und Metaller ein

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