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GM gefährdet die Marke Opel - Proteste werden ausgeweitet

Opel: GM hat noch immer kein Konzept vorgelegt

Opel in die Eigenständigkeit entlassen

16.11.2009 Ι Während die Politik darüber streitet, ob General Motors (GM) Anspruch auf Staatshilfen für die Sanierung von Opel hat, fordert IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild, Opel in eine eigenständige Aktiengesellschaft umzuwandeln. Wer das Unternehmen in eine "gedeihliche Zukunft" führen wollen, müsse neue Modelle in die erschlossenen Märkte bringen und neue Märkte erobern.

"Es ist gar nichts einzuwenden gegen eine Zusammenarbeit von GM und Opel, vorausgesetzt, Opel darf eigenständiger entscheiden", sagte Armin Schild im Interview mit der "Wirtschaftswoche". Der Opel-Aufsichtsrat forderte, den Autobauer in eine eigenständige Aktiengesellschaft umzuwandeln. Zunächst brauche es jedoch ein Konzept für den Umbau und die personellen sowie finanziellen Ressourcen, um es umzusetzen. Die IG Metall wartet nach wie vor darauf, dass GM ein belastbares Konzept für die Zukunft von Opel vorlegt, das nicht in erster Linie Streichungspläne enthält, sondern einen soliden Investitionsplan, eine Marktstrategie und eine langfristig orientierte Produktionsplanung für alle Standorte. 

Was die Sanierung kostet 
Den Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft für Opel sieht Schild in neuen Klein-, Gelände- und Elektrowagen  für bereits erschlossene Märkte sowie der Eroberung neuer Märkte wie Russland. Die von GM veranschlagten Sanierungskosten von etwa drei Milliarden Euro hält er aber für unrealistisch: "Ich gehe davon aus, dass eine Restrukturierung, die auch eine Vorwärtsstrategie eröffnet, über sechs Milliarden, wahrscheinlich eher sieben Milliarden Euro kostet."

Insolvenz keine Lösung
Unterdessen hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) mit seinem Nein zu Staatshilfen für Opel aus Bundesmitteln den Zorn einiger Ministerpräsidenten von Bundesländern mit Opel-Standorten auf sich gezogen. Sie sehen bereits getroffene Absprachen verletzt. Armin Schild warnte im Gespräch mit der "Wirtschaftswoche" davor, Opel in die Insolvenz zu schicken. Das würde nicht nur die Opelaner und viele Arbeitnehmer bei Zulieferern und Händlern die berufliche Existenz kosten. Im Falle einer Insolvenz müssten auch die Arbeitnehmer mit ihrem Geld für die Fehler amerikanischer Manager gerade stehen, "die die Beiträge zur Sozialversicherung zu tragen haben".

GM haftbar machen
Schild sprach sich erneut dafür aus, GM haftbar zu machen, sollte der Konzern die Insolvenz des Tochterunternehmens Opel herbeiführen. In diesem Fall sei zu prüfen, "ob im Rahmen der Durchgriffshaftung GM die finanzielle Verantwortung trägt", der Leiter des IG Metall-Bezirks Frankfurt. Skeptisch äußerte sich Schild zu der Ankündigung General Motors, seine Europazentrale von Zürich an den Opel-Stammsitz nach Rüsselsheim zu verlegen: "Ob sich daran strukturelle Änderungen anschließen, muss GM erst noch beweisen", sagte er in der "Berliner Zeitung".



Was will GM?

GM wird in etwa die gleichen Unterstützungsleistungen fordern, die Magna zugestanden worden wären. "GM spricht von 10.000 Arbeitsplätzen, die abgebaut werden sollen. Eine ähnliche Zahl nannte auch Magna. Doch Magna setzte auf ein Konzept ohne Werksschließungen und Entlassungen. Arbeitsplatzabbau geht ja auch über Nichtersatz natürlicher Fluktuation. Die GM-Bosse wollen mehrere Standorte schließen und die Leute in Massen auf die Straße schicken", erklärte Schild im Interview mit dem Spiegel.



Was wollte Magna?
Es gehörte zur Strategie von Magna, den Jobabbau auf alle Werke zu verteilen. Das hat aber nichts mit gleichmäßigem Ausdünnen zu tun. Es ging darum, die bestehenden Kapazitäten auszulasten. Es ging um eine neue Strategie, Marktanteile auszubauen und zu erobern - durch das Vorziehen neuer Modelle, die Produktion von Nischenprodukten und die Erschließung neuer Märkte.

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