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Energiewende jetzt: Offener Brief von IG Metalll und Betriebsräten

Energiewende jetzt: Offener Brief von IG Metalll und Betriebsräten

Stillstand gefährdet 200 000 Arbeitsplätze

13.06.2013 Ι Die Energiewende ist ein gewaltiges Umbauprojekt. Doch die aktuelle Entwicklung in den Branchen und Betrieben gibt Anlass zur Sorge. Die IG Metall wendet sich in einem offenen Brief an die politisch Verantwortlichen, die Energiewende voranzubringen.

Es geht um mehr als Strom, seinen Preis und seine Herkunft. Im Kern geht es um die energetische Basis unserer Industriegesellschaft und ihrer Produkte. Die Energiewende ist die Entwicklung eines Technologie- und Wohlstandsmodells, das auf den Erhalt und nicht auf den Verbrauch der endlichen natürlichen Ressourcen ausgelegt ist. Dazu gehören Strom aus erneuerbaren Quellen, CO2-arme besser noch CO2-neutrale Produktion und Mobilität ebenso wie Energieeinsparung in Gewerbe, privaten Haushalten sowie Gebäuden.

Chancen ergreifen - Arbeitsplätze sichern

Für die Technologiebranchen ist die Energiewende eine herausragende Chance. Konsequent umgesetzt, kann sie Motor für eine ökologische Modernisierung der industriellen Wertschöpfung sein. Neue Technologien eröffnen den Unternehmen nicht nur Märkte der Zukunft, sondern sichern bereits heute hunderttausende Arbeitsplätze. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den Klima- und Umweltschutz. Wer die industrielle Leistungsfähigkeit stärken will, muss grüne Innovation durch die Energiewende fördern und das zu wettbewerbsfähigen Preisen. Sie muss ein Leitmotiv im industrie- und energiepolitischen Handeln der Bundesregierung sein.


Bei der Umsetzung hakt es

Viele Unternehmen und ihre Beschäftigten haben diese Herausforderungen angenommen: Sie haben sich als grüne Unternehmen positioniert, sind innovativ, sie haben Energie und Material effizienter eingesetzt, neue Geschäftsmodelle entwickelt und dafür viel investiert. Dies ist eine gute Ausgangssituation, um Vorreiter auf wichtigen "grünen" Märkten mit Zukunftspotenzial zu sein.  

Indes gibt die aktuelle Entwicklung in Branchen und Betrieben Anlass zur Sorge. Innovationen werden zurückgefahren oder zögerlich betrieben. Geschäftsfelder werden aufgegeben oder in Frage gestellt. Standorte werden geschlossen oder restrukturiert. Akut werden bereits tausende Arbeitsplätze abgebaut. Über zweihunderttausend sind bedroht. Betroffen sind insbesondere die Unternehmen, die sich konsequent für grüne Zukunftstechnologien eingesetzt  haben, die regenerative Energien, neue Werkstoffe, innovative Speicher- und Stromübertragungstechnologien, effiziente Gas- und Dampfturbinenkraftwerke entwickeln und produzieren.


Stillstand schadet - Politik muss steuern

Märkte allein können eine grüne Transformation der Wirtschaft nicht schaffen. Es bedarf national und international eines verlässlichen politischen Ordnungs- und Regulierungsrahmens. Daran hapert es bereits auf nationaler Ebene: von der Netzentwicklung, über ungeklärte Fragen des Strommarktes bis zu unzulänglichen Forschungs- und Fördermaßnahmen. Der Effekt: Es wird nicht mehr investiert, sondern weniger investiert, während Dumping-Strategien zunehmen ebenso wie die Gefahr von Know-how- und Beschäftigungsverlusten.


Die Bremse lösen - Zukunft gestalten

Wir, die Unterzeichnenden, wollen nicht zusehen, wie der Klimawandel und ein weltweit steigender Energiebedarf die Probleme verschärfen. Wir wollen an ihrer Lösung mitwirken und mehr und bessere Arbeitsplätze schaffen. Dafür brauchen wir eine Bundesregierung, die die Energiewende voranbringt. Stehen Sie nicht auf der Bremse, sondern gestalten Sie die Zukunft mit uns. Erarbeiten Sie einen Masterplan, um die Energiewende zu einem industriellen Erfolg zu machen. Nur so sichern Sie Arbeit in Deutschland.

Berthold Huber, 1. Vorsitzender IG Metall; Detlef Wetzel, 2. Vorsitzender IG Metall; Bernd Osterloh, Vorsitzender Konzernbetriebsrat VW AG; Manfred Schoch, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat BMW AG; Erich Klemm, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Daimler AG; Peter Mosch, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Audi AG; Dieter Hinkelmann, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Ford Werke GmbH; Jürgen Dorn, Vorsitzender  Konzernbetriebsrat MAN AG; Norbert Völkl, Vorsitzender Konzernbetriebsrat SKF GmbH; Norbert Lenhard, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Schaeffler Technologies AG & Co. KG; Bernd Hofmaier-Schaefer, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat MAHLE Industriemotoren-Komponenten GmbH; Hans Fischl, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Continental AG; Lothar Adler, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Siemens; Alfred Löckle, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Robert Bosch GmbH;  Wilhelm Kuper, Vorsitzender Konzernbetriebsrat ABB AG; Peter Camin, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Hydro Aluminium Deutschland; Willi Segerath, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Thyssen Krupp AG; Hasan Cakir, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Salzgitter AG; Ludwig Sandkämper, Vorsitzender Betriebsrat Georgsmarienhütte GmbH; Klaus Hering, Vorsitzender Betriebsrat ArcelorMittal Bremen GmbH; Stephan Ahr, Vorsitzender Konzernbetriebsrat SHS Stahl-Holding-Saar; Uwe Jahn, Vorsitzender Betriebsrat Schmiedewerke Gröditz GmbH; Udo Belz, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Alstom Power GmbH; Wolfgang Ringelband, Vorsitzender Betriebsrat Hitachi Power Europe GmbH; Yvonne Siebert, Vorsitzende Betriebsrat SMA Solar Technology AG; Donald Magdanz, Vorsitzender Betriebsrat Vestas Nacelles Deutschland GmbH; Lothar Andreas, Vorsitzender Gesamtbetriebsrats Repower Systems SE; Harald Frick, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Conergy AG; Mario Krainhöfner, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Gildemeister AG, Sabine Kuhlmann, Vorsitzende Gesamtbetriebsrat Oerlikon Textile GmbH & Co. KG; Willi Sattler, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat OSRAM GmbH; Heinrich Sürken, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Miele & Cie. KG; Elmar Freund, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat BSH Hausgeräte GmbH; Alfred Dennenmoser, Vorsitzender Konzernbetriebsrat Pfleiderer Holzwerkstoffe GmbH; Beate Ueckert, Vorsitzende Betriebsrats Bugatti GmbH; Eckhard Redlich, Vorsitzender Betriebsrat Hogoe GmbH & Co. KG; Edwin Rief, Vorsitzender Gesamtbetriebsrat Imtech Deutschland; Josef Claessen, Vizepräsident Handwerkskammer Düsseldorf, Friedrich Bechtel, Vorsitzender Betriebsrat Rudolf Fritz Elektrotechnik GmbH; Albert Janz; Vorsitzender Betriebsrat Hoppmann Autohaus GmbH

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