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Nutzfahrzeughersteller Wabco. Foto: Thomas Aumann/Fotolia.de

Nutzfahrzeughersteller Wabco

Wabco-Beschäftigte demonstrieren für ihre Arbeitsplätze

08.07.2009 Ι Rund 1000 Beschäftigte der Firma Wabco haben für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Statt Kurzarbeit zu nutzen, will der Nutzfahrzeughersteller an seinen Standorten in Hannover und Gronau 300 Beschäftigte entlassen.

Auf der Kundgebung vor dem Werkstor von Wabco in Hannover kritisierte Hartmut Meine, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, den Vorstandsvorsitzenden im Brüsseler Hauptquartier, Jacques Esculier: "Es ist ein Skandal, dass Jacques Esculier vom Brüsseler Schreibtisch in der Wabco-Zentrale Entlassungen von über 300 Menschen veranlassen will, obwohl Kurzarbeit möglich wäre."

Michael Zyla, Betriebsratsvorsitzender bei Wabco in Hannover, forderte die Geschäftsführung auf, ihre harte Haltung zu überdenken und Alternativen zu den geplanten Entlassungen auszuschöpfen.

Wabco hat Konsens aufgekündigt
In einer Erklärung der Betriebsräte heißt es, Kurzarbeit werde in vielen Betrieben seit Krisenbeginn erfolgreich genutzt, um Arbeitsplätze zu sichern. Die Nutzfahrzeugbranche sei mit Umsatzrückgängen von über 50 Prozent in besonderem Maße von der Wirtschaftskrise betroffen. Dennoch sei es gelungen, Beschäftigung in der Branche zu sichern. Unter anderem wurde auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet und stattdessen Maßnahmen zur Flexibilisierung genutzt, wie beispielsweise den Abbau von Arbeitszeitkonten. Diesen Konsens habe die Unternehmensleitung von Wabco aufgekündigt.

Herzstück des Unternehmens
Wer Beschäftigten ihren Arbeitsplatz nehme, stehle ihnen und ihren Familien die Existenzgrundlage. Gerade im nächsten Aufschwung werden Transportleistungen gebraucht, um die Menschen mit Produkten zu versorgen. "Das Herzstück eines Unternehmens sind seine erfahrenen und qualifizierten Mitarbeiter", heißt es in der Erklärung. Erfolgreiche Unternehmen sicherten sich diese bereits heute, durch den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und eine hohe Flexibilität in der Krise.

Beschäftigte demonstrieren für Arbeitsplätze
Bereits vor zwei Wochen hatten in Hannover rund 1000 Beschäftigte für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. IG Metall und Betriebsrat forderten die Geschäftsleitung auf, die Beschäftigten an Bord zu halten. "Gegen eine Kahlschlagpolitik werden wir uns mit allen Mitteln wehren", sagte Reinhard Schwitzer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Hannover.

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