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Nominiert für den Betriebsrätepreis 2017

Schichtarbeit bei Lear fair gestaltet

26.06.2017 Ι Zwei Jahre dauerten die Verhandlungen bei, manchmal waren sie kurz davor zu scheitern. Doch am Ende erreichte der Betriebsrat sein Ziel: Seit 1. November 2016 gilt beim Automobilzulieferer Lear in Wismar nun ein neues vollkontinuierliches Dreischichtsystem.

Das sogenannte vollkontinuierliches Dreischichtsystem entlastet die Beschäftigten gesundheitlich und führt, dank einer Absenkung der tariflichen Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden, zu deutlich mehr Freizeit und Regeneration. Gelungen ist das in einer strukturarmen Region in Mecklenburg-Vorpommern, in der Tarifbindung nicht selbstverständlich ist. Es ist ein Beispiel, dass ein starker Betriebsrat auch in einem amerikanischen, ganz am Profit orientierten Unternehmen Dinge bewegen und durchzusetzen vermag. "Mit dem neuen Schichtsystem ist es uns gelungen, verbesserte Arbeitsbedingungen für unsere Kolleginnen und Kollegen zu regeln", sagt der Betriebsratsvorsitzende Andreas Schulz.Dafür sind sie für den Betriebsrätepreis 2017 nominiert.


Mehr Freizeit bei gleichem Entgelt

Am Anfang stand ein griffiger Slogan: "Sieben Tage Arbeit am Stück machen krank!" Mit dieser Botschaft richtete sich Schulz und sein Team an die Geschäftsführung. "Uns ging es darum, das alte Siebentagemodell mit 21 Schichten unter gesundheitlichen Aspekten zu beleuchten." Das war bitter nötig, denn im alten Modell, das im Anerkennungstarifvertrag von 2012 geregelt wurde, waren die bezahlten Pausenzeiten unter der Woche weggefallen, die ursprünglich in einem bereits 2008 abgeschlossenen Tarifvertrag vorgesehen waren. "Das führte zu Unmut unter den Beschäftigten", berichtet Andreas Schulz. Der Betriebsrat stellte das vollkontinuierliche System nicht infrage, Kern der Forderung war, den Wert einer bezahlten Pause umzugestalten und in Freizeit auszugleichen. "Wir wollten so bei gleichem Entgelt mehr Freizeit erreichen." Das ist gelungen.


Es gibt nun keinen einzigen Siebentageblock mehr. Die Blocklängen sind unterschiedlich. Sie reichen von mindestens zwei bis maximal sechs Arbeitstagen, gefolgt von mindestens zwei bis maximal vier Tagen Freizeit am Stück. Mit der Neuregelung konnte zudem erreicht werden, dass der Betrieb tarifgebunden bleibt. Und nur mit Zustimmung der IG Metall können Grundsätze des Modells verändert werden. "Wir haben bewiesen, dass sich bessere Arbeitsbedingungen und Wettbewerbsfähigkeit nicht ausschließen", sagt Schulz.


Zwölf Projekte haben es in die Endrunde des "Deutschen Betriebsräte Preis 2017" geschafft, mit dem die Zeitschrift Arbeitsrecht im Betrieb Betriebsräte für vorbildliche Arbeit auszeichnet. Aus ihrem Kreis werden im Dezember die Preisträger der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus dem Bereich der IG Metall sind drei Projekte nominiert.

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