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Lohnkosten spielen eine immer geringere Rolle. Foto: Fotolia

Lohnkosten spielen eine immer geringere Rolle

Mehr Geld, das ist gerecht und leistbar

27.02.2012 Ι Das Jahr 2011 war ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft. Ob davon auch die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie profitieren, das zeigt sich in diesem Frühjahr. Am 6. März 2012 beginnen die Tarifverhandlungen für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche. Es geht um 6,5 Prozent mehr Geld, Perspektiven für junge Menschen und Fairness bei der Leiharbeit.

Wieviel darf es mehr sein? Diese Frage wurde in den Betrieben seit Anfang Februar rauf und runter diskutiert. Dabei spielte es eine große Rolle, wie der Betrieb wirtschaftlich dasteht, wie weit die Bestellungen reichen und ob die Produktion läuft. Auch die Konjunktur in Deutschland und in der Branche werden berücksichtigt. Die IG Metall weiß: Die Risiken aus der Finanzmarkt- und der Verschuldungskrise einzelner Staaten sind ebenso wenig überwunden wie die Schwäche der europäischen Banken. Trotzdem ist es nur fair, dass die Beschäftigten in dieser Tarifrunde höhere Entgelte bekommen - das ist wirtschaftlich leistbar und gerecht. Denn der bis März geltende Tarifvertrag war 2010 unter dem Eindruck der Finanzmarktkrise ausgehandelt worden. Damals standen sichere Arbeitsplätze im Vordergrund.


Bei ihrer Entgeltforderung orientiert sich die IG Metall an der gesamtwirtschaftlichen Produktivität, der Inflationsrate und der mittelfristigen Ausschöpfung des verteilungsneutralen Spieraums. Unter Berücksichtigung aller Aspekte steht nun die Forderung: 6,5 Prozent. Darauf haben sich die regionalen Tarifkommissionen und der Vorstand der IG Metall festgelegt.


Hohe Renditen

Die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie erwirtschafteten nach Angaben von Gesamtmetall im Jahr 2011 eine Bruttorendite von insgesamt 52 Milliarden Euro. Das ist etwa so viel, wie die Euroländer bislang für die Rettung Griechenlands überwiesen haben. Doch trotz dieses guten Ergebnisses kündigen die Arbeitgeber an: Mehr als drei Prozent sind nicht drin. Denn ein Plus von einem Prozent, würde die Rendite um 1,5 Milliarden Euro schmälern. Das bedeutet: Steigen die Entgelte um 6,5 Prozent, dann kostet das die Firmen 9,75 Milliarden Euro. Die IG Metall sagt: Auch eine Entgelterhöhung in dieser Größenordnung wäre für die Unternehmen noch verkraftbar. Denn die Bruttorendite läge auch bei einem Lohnplus von 6,5 Prozent immer noch bei 42,25 Milliarden Euro. 

 

Zudem spielen die Lohnkosten in den Unternehmen eine immer geringere Rolle. 1991 lag der Anteil, den die Löhne und Gehälter am Umsatz in der Metall- und Elektroindustrie hatten, noch bei über 25 Prozent. Seither sinkt die Lohnquote von Jahr zu Jahr. 2011 lag sie gerade noch bei 16,1 Prozent. Lediglich in der Finanzmarktkrise, als die Produktion zurückging, stieg sie geringfügig an.
   



Tarifpolitik muss verlässlich sein

Dass die Wirtschaft immer wechselhafter und unberechenbarer wird, das bedenkt die IG Metall bei ihrer Tarifpolitik. Sie ist mittelfristig und verlässlich. Verlässlichkeit bedeutet, gegenüber dem Tarifpartner, den Arbeitgebern, vertragstreu zu sein und nicht während der Laufzeit eines Tarifvertrags "Nachforderungen" zu stellen. Mittelfristig bedeutet, dass die IG Metall bei der Aufstellung der Forderung sich nicht ausschließlich auf die Prognosen in die Zukunft verläßt. Denn im Vorhinein können diese sich anders darstellen, als dann die tatsächliche konjunkturelle Entwicklung verläuft. Zudem müssen sich der verteilungsneutrale Spielraum und die Einkommenserhöhungen parallel entwickeln. Das war in jüngster Zeit nicht der Fall, weil im Boomjahr 2011 der Spielraum nicht ausgeschöpft wurde. Das wurde nun aber mitberücksichtigt. 

Bei ihrer Forderung von 6,5 Prozent hat die IG Metall alle Aspekte mit bedacht. Das vergangene Jahr 2011 war für die Metall- und Elektroindustrie ein überaus erfolgreiches Jahr. Dass das so ist, daran haben auch die Beschäftigten einen Anteil. Sie haben den Erfolg möglich gemacht. Deshalb ist es nur fair, sie jetzt auch zu beteiligen.

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