IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Internationale Wochen gegen Rassismus vom 10. bis 21. März 2014. Foto: Fotolia

Internationale Wochen gegen Rassismus vom 10. bis 21. März 2014

Von allein passiert nichts

17.03.2014 Ι Fremdenfeindlichkeit findet nicht nur auf der Straße statt. Sie macht auch vor dem Werktor nicht Halt. Die IG Metall steht für Respekt und Zivilcourage und wendet sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Dafür bieten die "Internationalen Wochen gegen Rassismus" einen guten Anlass.

Rostock-Lichtenhagen und Germering in Bayern - Orte, bei deren Nennung fast jeder an fremdenfeindliche und rassistische Gewalt denkt. Doch Fremdenfeindlichkeit hat viele Facetten. Nicht überall werden Flüchtlingsheime in Brand gesteckt. Sie findet auch statt, wenn rumänische Werkvertragsarbeitnehmer in menschenunwürdigen Unterkünften leben, monatelang auf ihre Löhne warten müssen oder aufgrund ihres fremd klingenden Namens bei Bewerbungen von vorneherein aussortiert werden.

 

Gegen solche Diskriminierungen stellt sich die IG Metall. Anlässlich der "Internationalen Wochen gegen Rassismus" vom 10. bis 21. März 2014 ruft sie gemeinsam mit anderen Gewerkschaften, dem Interkulturellen Rat in Deutschland und dem Verein "Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland" dazu auf, bundesweit Veranstaltungen und Aktionen gegen Rassismus durchzuführen und beteiligt sich daran.

 

Gesetzgeber für Chancengleichheit

Doch die IG Metall engagiert sich nicht nur in den zwei Märzwochen für Respekt und Zivilcourage. Sie weiß, dass die Formen von Rassismus, Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit vielfältig sind. Und die Menschen mit ausländischen Wurzeln sind den Anfeindungen und Ungerechtigkeiten das ganze Jahr über ausgesetzt.

 

Häufig werden betriebliche Probleme und Konflikte als Anlass genutzt. Denn es ist viel einfacher, die Schuld für die eigenen Probleme den vermeintlich Schwächeren oder "den Anderen" in die Schuhe zu schieben, anstatt nach den wirklichen Ursachen zu forschen und sich gemeinsam dafür einzusetzen, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Menschen nachhaltig besser werden. Der Gesetzgeber fordert, dass Beschäftigte mit Migrationshintergrund in die Belegschaft gleichberechtigt integriert werden. Arbeitgeber und die betrieblichen Interessenvertreter haben die Pflicht, rassistische Äußerungen und Handlungen im Betrieb abzustellen.

 

Chancengleichheit bei der Bewerbung

Wer sich erfolgreich bei einem deutschen Unternehmen bewerben will, heißt besser nicht Bülent Öztürk oder Olga Kulikowa. Dabei spielt es keine Rolle, ob er in der Türkei, sie in Russland oder beide in Deutschland geboren wurden. Und ob sie besser oder schlechter qualifiziert sind als ihre deutschen Altersgenossen. Schon wegen ihrer Namen fallen sie in vielen Personalabteilungen durch das Bewerbersieb. Zwar ist diese Form der Diskriminierung seit langem belegt. Geändert hat sich aber bisher wenig.

 

Die Verantwortung dafür allein im Management zu suchen, greift jedoch zu kurz. Auch Betriebsräte und Vertrauensleute vor Ort können sich mit konkreten Initiativen und Projekten in die Gestaltung der betrieblichen Wirklichkeit einmischen. Für die IG Metall steht fest: Allen Beschäftigten- und Mitgliedergruppen gleiche Zugangs- und Aufstiegschancen zu ermöglichen, ist nicht nur ein Akt der wirtschaftlichen Vernunft, sondern auch ein Zeichen gelebter Demokratie.


In diesem Jahr nimmt die IG Metall die Weiterbildungschancen von Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund in den Fokus. Denn immer noch nehmen Migranten seltener an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teil als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen. Doch wer bei Qualifizierungsmaßnahmen nicht berücksichtigt wird, der hat in der Zukunft weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ganz oft geschieht die Ausgrenzung unbewusst. Die Angebote richten sich zwar an alle Beschäftigten, trotzdem werden An- und Ungelernte häufig übergangen.

 

Wenn alle sich beteiligen, gelingt es

Für ein nicht-rassistisches und diskriminierungsfreies Betriebsklima sind alle verantwortlich - der Arbeitgeber, die betrieblichen Interessenvertretungen, die Auszubildenden, die Ausbildenden, die Belegschaft. Doch oft ist es wichtig, erst einmal die Sensibilität der Beteiligten zu wecken. Und dazu sollen die Veranstaltungen anlässlich der "Internationalen Wochen gegen Rassismus" genutzt werden.

 

Ausschreitungen wie in Hoyerswerda und Probleme bei der betrieblichen Gleichstellung von Migranten sind nicht vergleichbar, doch sie gehen auf eine ähnliche Denkweise zurück.Wenn wir es schaffen, Chancengleichheit im Betrieb herzustellen, ist das ein erster wesentlicher Schritt um Übergriffe wie in Rostock-Lichtenhagen und Germering in Bayern zu verhindern.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Recht_so_Wissen_boxenbild
Hintergrund

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus gehen zurück auf eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahre 1979. Damals forderte sie ihre Mitgliedsstaaten auf, alljährlich - beginnend mit dem 21. März - eine Woche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren.

Der "Internationale Tag für die Beseitigung der Rassendiskriminierung" am 21. März ist einer der ersten offiziellen und wichtigsten Gedenktage der Vereinten Nationen. Er erinnert und mahnt an das Massaker von Sharpeville am 21. März 1960. An diesem Tag erschoss die südafrikanische Polizei im Township Sharpeville 69 friedliche Demonstranten, die gegen die ungerechten Passgesetze in dem Apartheid-Staat demonstriert hatten.

Servicebereich