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Demonstration von Ziegler-Beschäftigten; Foto: IG Metall

Insolvenz bei Albert Ziegler

Das Vertrauen der Belegschaft verspielt

24.08.2011 Ι Der Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen, Albert Ziegler, aus Giengen hat vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Nun bangen rund 700 Mitarbeiter, dass sie die Zeche zahlen müssen für jahrelanges Missmanagement der Eigentümerfamilie.

Die Firma Albert Ziegler hatte in jüngster Zeit durch Preisabsprachen mit Mitbewerbern Schlagzeilen gemacht. Aus diesem Grund verhängte das Bundeskartellamt im Februar gegen Ziegler und zwei weitere Hersteller Bußgelder von insgesamt über 20 Millionen Euro. Ziegler sollte 8 Millionen zahlen.

Alte Mannschaft diskreditiert
Das Kartellverfahren brachte in der Firma den Stein ins Rollen. Schon 2010 waren die Geschäfte nicht optimal gelaufen. Im April dieses Jahres kamen die Banken und setzten einen Wirtschaftssanierer ein. Die alte Führungsmannschaft aus der Eigentümerfamilie war durch die jahrelangen Preisabsprachen diskreditiert und hatte bei der Belegschaft das Vertrauen verspielt.

Am 16. August meldete das durch das Kartellverfahren angeschlagene Unternehmen Insolvenz an. In der Zentrale von Ziegler in Giengen bangen nun rund 700 Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Weltweit beschäftigt die Albert Ziegler GmbH über 1000 Angestellte. Der Geschäftsbetrieb läuft jedoch uneingeschränkt weiter. Auch die Auftragsbücher sind gut gefüllt.

"Illegale Geschäftsgebahren"
Am 23. August fand dann eine große Kundgebung in Giengen statt, zu der die IG Metall aufgerufen hatte. Beschäftigte der Firma demonstrierten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die Jugend- und Auszubildendenvertreter von Ziegler hatten über Facebook weitere Unterstützung organisiert. Auch viele Bürger aus Giengen und Vertreter der umliegenden Feuerwehren, viele in Uniform, beteiligten sich an der Aktion und bekundeten ihre Solidarität mit den Beschäftigten. Ziegler ist der zweitgrößte Arbeitgeber am Ort. 

"Die Familie Ziegler hat die Firma mit ihrem Missmanagement und illegalen Geschäftsgebahren frontal an die Wand gefahren", erklärte Andreas Strobel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim. "Dies ist schlichtweg unverantwortlich. Zuerst gefährden sie das Unternehmen durch ein ungesetztliches Preiskartell, jetzt melden sie Insolvenz an, um sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen."

Solidaritätsadresse des IG Metall-Vorstands
Der Vorstand der IG Metall stellte sich solidarisch hinter die Ziegler-Beschäftigten. "Wir und auch die Beschäftigten der deutschen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen gemeinsam mit Euch Seite an Seite im Kampf um die Zukunft der Firma Ziegler und die Zukunft Eurer Arbeitsplätze", erklärte IG Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer in einer Solidaritätsadresse (PDF). Alle sozialen und gesellschaftlichen Kräfte Institutionen und Verbände seien gefordert, um sich mit Nachdruck für den Erhalt des Traditionsunternehmens einzusetzen.

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