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Industrie nachhaltig umbauen

Industrie nachhaltig umbauen

Kreative Belegschaften bewegen

12.04.2013 Ι Unternehmen müssen sich wandeln - nicht nur um erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben. Es geht auch um Klima und Umweltschutz. Die Beschäftigten können dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Der sparsame Einsatz von Rohstoffen, Energie und Materialien bietet viele Chancen. Chancen die genutzt werden können, um Jobs sicher zu machen und neue zu schaffen.

Nicht nur die Masse bringt's. In den Firmen darf es nicht ausschließlich darum gehen, immer mehr zu produzieren. Auch das Was und das Wie, also welche  Produkte zu welchen Bedingungen hergestellt werden, sind entscheidend. Entscheidend kann auch sein, wieviel Rohstoffe und Energie für die Produktion benötigt werden.

 

Ressourceneffizienz ist eine der Aufgaben, bei deren Lösung den Beschäftigten eine wichtige Rolle zukommt. Die Mitarbeiter als Experten in Sachen Arbeit müssen eingebunden werden, damit sie kreative Ideen einbringen können, die dazu führen, dass Produkte und Prozesse verbessert werden. Dass Belegschaften eine wichtige Quelle für mehr Effizienz beim Einsatz von Material und Energie sind, zeigen auch zahlreiche Praxisbeispiele.


Vorschläge aus der Belegschaft 

Bei HUGA, einem westfälischen Holz- und Kunststoffunternehmen wurde unter Beteiligung der Beschäftigten und dem Betriebsrat sieben Tage lang untersucht, wo die Hauptverbraucher für Energie sitzen und wie und wo eingespart werden kann. Von der Belegschaft kamen etwa 60 Einsparvorschläge, die teilweise auch schon umgesetzt wurden.


Ein weiteres Beispiel ist die Innovationsoffensive der Salzgitter Service und Technik GmbH in Salzgitter. Hier haben die Betriebsräte schon vor Jahren einen Innovationsausschuss gegründet. Ein Highlight im Betrieb ist ein Projekt zum Bau einer Anlage, in der aus Biomasse CO2 neutrale Biokohle hergestellt werden kann. Diese Biokohle lässt sich als Reduktionsmittel in die Hochöfen einblasen und ist weniger umweltschädlich. Auch bei VW Emden waren die Mitarbeiter kreativ. Dort haben die Beschäftigten in eine Photovoltaikanlage investiert, die auf dem Dach einer Halle angebracht wurde. Der daraus erzeugte Strom fließt direkt ins Firmennetz.


Oder bei der Firma Jörg Schiffer GmbH & Co. KG: Das Unternehmen arbeitet in der Oberflächenveredelung und beschichtet Metalle galvanisch mit Nickel. Damit weniger Schadstoffe ins Abwasser gelangt, wurde dort ein neues Verfahren entwickelt, mit dem Nickel, das bei der Beschichtung verloren geht, zurückgewonnen und wiederverwertet werden kann.


Offene Unternehmenskultur

Doch damit sich Mitarbeiter kreativ einbringen, braucht es eine entsprechende Unternehmenskultur. Dazu gehören gute Arbeits- und Leistungsbedingungen, verbindlich geregelte Arbeitszeiten, faire und transparente Entgelte und passende Qualifizierungsmaßnahmen. Und es bedarf betrieblicher Strukturen, um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess anzustoßen. Verbesserungsvorschläge werden zwar fast überall eingebracht, doch wenn die Ideen und Verfahren nur schleppend umgesetzt werden, verlieren die Mitarbeiter die Motivation. Notwendig ist eine Unternehmenskultur, bei der die Beteiligung und die Ideen der Mitarbeiter willkommen sind und die Beschäftigten für ihr Engagement unterstützt und anerkannt werden.


Ressourceneffizienz ist auch aus Kostengesichtspunkten sinnvoll. Der Anteil der Material- und Energiekosten im produzierenden Gewerbe in Deutschland beträgt mehr als 45 Prozent, die Lohnkosten liegen meistens unter 20 Prozent. In einzelnen Bereichen der Metall- und Elektroindustrie noch weiter darunter. Die IG Metall unterstützt dabei, alternative Sparmöglichkeiten zu finden, die weder mit Jobabbau noch mit schlechteren Arbeitsbedingungen einhergehen. Auch belegen wissenschaftliche Studien: Wer effizient mit Material umgeht, der kann dadurch 20 Prozent der Kosten einsparen. Für ganz Deutschland ergibt das ein Einsparpotential im Verarbeitenden Gewerbe von knapp 100 Milliarden Euro jährlich.


Jobs sichern und den Betrieb zukunftsfähig aufstellen

Die IG Metall hat bereits vor einigen Jahren eine Task Force mit einem Beraternetzwerk geschaffen, das Experten in die Betriebe vermittelt. Wichtigstes Ziel ist es, Entlassungen zu verhindern. Aber nicht nur. Die Task Force unterstützt auch dabei, die betrieblichen Strukturen zukunftsfähig zu gestalten und nachhaltige Einsparpotential zu finden. Das ist seither schon häufig gelungen.

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