Der Arbeits- und Gesundheitsschutz dürfe in Krisenzeiten nicht unter die Räder kommen. Das hat Jörg Hofmann, IG Metall-Bezirksleiter für Baden-Württemberg, auf einer Tagung zum 20-jährigen Bestehen der IG Metall-Kampagne „Tatort Betrieb“ Mitte Oktober gefordert. Die Arbeitszeitfragen spielten ...
... dabei eine wichtige Rolle. Hier müssten die Gewerkschaften mit neuen Konzepten aktiv werden.
In Krisenzeiten dürfen die Gewerkschaften die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit der Beschäftigten nicht aus den Augen verlieren, mahnte Jörg Hofmann vor über 250 Betriebsräten und Schwerbehindertenvertretern. Auch Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, unterstrich, dass Gesundheit und Gute Arbeit nicht zum Krisenopfer werden dürfen. Schon jetzt sei spürbar, dass Gesundheit und Arbeitsfähigkeit vieler Beschäftigter durch verschärften Leistungsdruck und gesundheitsschädliche Arbeitszeiten immer öfter an einem „seidenen Faden“ hängen. Gesundheit habe für die Beschäftigten einen hohen Stellenwert. Über 84 Prozent hatten bei der Beschäftigtenbefragung der IG Metall eine „Arbeit, die nicht krank macht“ als ihr ureigenes Anliegen genannt. An der Befragung hatten sich mehr als 470 000 Menschen beteiligt.
Pionierrolle „Tatort Betrieb“ Gute Arbeit bedeute auch immer, die Dogmen des Neoliberalismus zurückzuweisen, die geradewegs in die Krise hineingeführt hatten, betonte Urban. In diesem Zusammenhang lobte er die Aktion „Tatort Betrieb“ als Pionierrolle. Die Beschäftigten haben erfolgreich für die Arbeitsgestaltung mobilisiert. Sie haben die Verantwortlichen für schlechte Arbeitsbedingungen klar benannt und das Engagement für eine bessere Arbeitsqualität politisiert.
Thema Arbeitszeit rückt in den Focus Der baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiter befürchtet ein weiteres „Andrehen der Leistungsschraube“, wenn die Konjunktur wieder anziehe. Daher rücke die Arbeitszeit als zentrales Thema deutlicher in den Fokus. Es gehöre zum Arbeits- und Gesundheitsschutz, über die Frage der Arbeitszeit neu zu diskutieren. Gefragt seien neue Formen der Arbeitszeitverteilung, die sowohl Antworten auf persönliche Belange wie auch auf die Einkommenssituation der Menschen geben. Hans-Jürgen Urban sprach sich ebenfalls für neue, gegen den ausufernden Leistungsdruck gerichtete, Arbeitszeitmodelle aus, die mehr Beschäftigung und mehr Gesundheit zum Ziel haben müssten.
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