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IG Metall und Getrag KG einigen sich auf Zukunftskonzept. Foto: donald / upload.wikimedia.org

IG Metall und Getrag KG einigen sich auf Zukunftskonzept

Getrag-Beschäftigte erhalten langfristige Zukunftsperspektive

06.07.2010 Ι Die IG Metall und der Untergruppenbacher Getriebebauer Getrag haben sich auf ein Zukunftskonzept verständigt. Danach bleibt die Standortgarantie für die Getrag-Werke bis Ende 2012 erhalten. Die Produktion am Traditionsstandort Ludwigsburg läuft weiter und es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Weiterhin soll ein gemeinsamer Ausschuss mit Vertretern der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite die Restrukturierung bis 2012 begleiten.

Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat haben sich mit der Geschäftsleitung und Südwestmetall auf ein Zukunftskonzept für die Getrag KG geeinigt. Danach gelten die Tarifverträge zur Standort- und Beschäftigungsgarantie bis Ende 2012 fort. Die Produktion am Standort Ludwigsburg läuft weiter und es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Ein gemeinsamer Ausschuss mit Vertretern der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite wird die Restrukturierung bis 2012 begleiten.

Guter Kompromiss
Die Beschäftigten verzichten im Gegenzug vorübergehend auf Teile ihres Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Außerdem vereinbarten die Betriebsparteien, dass die Arbeitszeit an wechselnde Beschäftigungssituationen angepasst werden kann. 

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz in Untergruppenbach zeigte sich IG Metall-Verhandlungsführer Frank Iwer mit dem Kompromiss zufrieden: "Wenn wir die Vorzeichen betrachten, mit denen wir in die Verhandlungen gestartet sind, ist am Ende doch ein ordentliches und tragfähiges Ergebnis herausgekommen." Die Beschäftigten hätten jetzt gut zweieinhalb Jahre Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen und sämtliche Standorte bleiben erhalten. Das sei eine ordentliche Basis, um Getrag zukunftssicher machen zu können. Im März hatte der Getriebebauer angekündigt, im Laufe der nächsten zweieinhalb Jahre rund 700 Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Rund 100 Stellen waren schon zum Jahresbeginn gestrichen worden. Das ehemalige Stammwerk in Ludwigsburg wollte Getrag bis Ende 2011 vollständig aufgeben.

Masterplan Neuenstein
Ein wesentlicher Bestandteil des Zukunftskonzeptes ist der "Masterplan Neuenstein". Das Neuensteiner Werk soll in den kommenden 18 Monaten komplett umgebaut und neu ausgerichtet werden. Dazu wird der Automobilzulieferer über 200 Maschinen bewegen und neu ordnen. Mit dem Masterplan will Getrag das Neuensteiner Werk effizienter gestalten und zur wirtschaftlichen Fertigung von Großserien anpassen. Damit reagiert das Unternehmen unter anderem auf die gestiegene Nachfrage bei Doppelkupplungsgetrieben und Steuerrädern in den Exportmärkten in den letzten beiden Monaten.

Verbleibende Überkapazitäten können die Arbeitnehmer durch freiwillige Austrittsprogramme, Altersteilzeit und reduzierte Arbeitszeiten kompensieren. Damit soll die Restrukturierung so wenig wie möglich auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden und eine konjunkturelle Erholung als Chance erhalten bleiben. Wenn es die Ertragslage zulässt, sollen nach Abschluss der Restrukturierung ab 2013 bis 2015 die Beschäftigten ihre geleisteten Beiträge über tarifliche Sonderzahlungen wieder zurückerhalten. "Für diese Unterstützung sind wir unseren Mitarbeitern sehr dankbar, denn sie ist ein wesentlicher Beitrag zur kurzfristigen Zukunftssicherung", bedankte sich Geschäftsführer Bernd Eckl.

Der Vereinbarung müssen noch die Gremien auf Gesellschafter-, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zustimmen. Danach soll das Konzept zügig umgesetzt werden.

Die GETRAG Corporate Group ist einer der größten Systemlieferanten für Getriebe- und Antriebssysteme weltweit mit rund 12 700 Mitarbeitern an 23 Standorten. Der Unternehmenssitz ist im baden-württembergischen Untergruppenbach. Die Gruppe entwickelt und produziert Getriebe- und Antriebslösungen für die Automobilindustrie.

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