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IG Metall fordert Nationale Plattform Energiewende

IG Metall fordert Nationale Plattform Energiewende

Megaprojekt Energiewende erfordert mehr Engagement

02.12.2011 Ι Bei der Elektromobilität hat es geklappt: Politik, Gewerkschaften, Unternehmen und Verbände haben gemeinsam ein zukunftsfähiges Konzept erarbeitet. Nach diesem Vorbild fordert die IG Metall eine "Nationale Plattform Energiewende". Denn nur gemeinsam kann ein solches Megaprojekt funktionieren - waren sich Wissenschaftler, Politiker und Betriebsräte auf einer Konferenz in Berlin einig.

Die "Nationale Plattform Elektromobilität" hat es vorgemacht: Dort hat die deutsche Regierung erstmals bei einer Zukunftstechnologie einen Fahrplan für eine koordinierte Industriepolitik mit Beteiligung der Betroffenen entwickelt. "Das muss auch bei der Energiewende möglich sein", sagte Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, auf einer Tagung mit Betriebsräten, Vertretern aus Politik und Wissenschaft gestern in Berlin.

Energiewende birgt enorme Chancen

Die IG Metall plädiert nachdrücklich für eine konsequente Energiewende. Denn sie birgt enorme Chancen für die deutsche Industrie und für Beschäftigung. Die IG Metall fürchtet jedoch, dass die Energiewende am "Klein-Klein" der schwarz-gelben Koalition scheitern könnte. Deshalb bedarf es einer "Nationalen Plattform Energiewende", um ein solches Megaprojekt stemmen zu können. Vorbild kann die Plattform zur Elektromobilität sein. Mitmachen sollten die wichtigen Akteure wie Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und Umweltverbände mit dem Ziel: ein Gesamtkonzept für die Energiewende.


Detlet Wetzel und Teilnehmer auf der Konferenz "Chancen nutzen - Energiewende gestalten" in Berlin

Bislang wird die Diskussion interessenorientiert und ohne Folgenabschätzung für alle Bereiche und Betroffenen geführt. "Wir brauchen einen Masterplan, an dem alle Akteure beteiligt sind. Unterschiedliche Zielsetzungen dürfen nicht gegeneinander gestellt werden, sondern müssen miteinander verzahnt werden", forderte Wetzel. Dazu trägt beispielsweise ein konsequentes Strompreis-Monitoring bei.

Mehr Innovationen von Unternehmen gefordert

Konzerne brauchen wettbewerbsfähige Preise, Verbraucher dürfen nicht allein belastet werden. Deshalb müssen für gegensätzliche Ziele transparente und integrative Lösungen gefunden werden - wie beispielsweise wettbewerbsfähige Strompreise und belastbaren Kosten für die Endverbraucher. Und es muss ausgelotet werden, welche Strompreise die Firmen genug anreizen, in Energieeffizienz zu investieren, ohne dass sie ihre Werke verlagern.

Nötig ist eine transparente Debatte statt Lobbyismus in Hinterzimmern. Die Politik muss verhindern, dass die Industrie in zwei Blöcke zerfällt: Die einen investieren, die anderen setzen "strukturkonservativ" auf alte Produktionsweisen. Die IG Metall fordert die Unternehmen deshalb zu mehr Innovationen auf. "Statt auf Arbeitsverdichtung und stetig steigenden Leistungsdruck zu setzen, muss stärker auf Innovationen bei Technik und Arbeit gesetzt werden. Zusätzlich können die Potentiale eines effizienteren Materialeinsatzes genutzt werden", sagte Detlef Wetzel.

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