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Quelle: VDA

IAA-Symposium von IG Metall und VDA

Beschäftigte sind Deutschlands größter Wettbewerbsvorteil

11.09.2013 Ι Der Markt für Autos wächst weltweit, aber in Europa ist die Nachfrage auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Wie können Standorte und Beschäftigung in der deutschen Automobilindustrie gesichert werden, stimmen die Rahmenbedingungen und wie bleibt die deutsche Industrie weiterhin erfolgreich? Diese Fragen standen im Mittelpunkt beim gemeinsamen Symposium von IG Metall und VDA.
Am Vorabend der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) diskutierten hochrangige Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite in der Frankfurter IG Metall-Zentrale über die großen Herausforderungen für den Automobilstandort Deutschland.

Der deutsche Automobilstandort braucht stabile und verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik und sichere und qualifizierte Arbeitsplätze. Darin sind sich IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber und Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), einig. Nur durch umfassende Investitionen in Infrastruktur und Bildung könne es gelingen, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen.

Sichere und faire Arbeitsplätze
Für Berthold Huber sind die gut qualifizierten Beschäftigten der größte Wettbewerbsvorteil der deutschen Automobilindustrie. "Sie haben sichere und faire Arbeitsplätze verdient", sagte der IG Metall-Vorsitzende. Er warnte davor, Flexibilisierungs-Instrumente wie den Einsatz von Leiharbeitern oder die Auslagerung von Dienstleistungen für Lohndumping zu missbrauchen. "Das kann nicht die Antwort auf die Zukunftsfragen der Industrie sein."

Für die IG Metall sei es wichtig, dass Instrumente zur internen Flexibilisierung, insbesondere Arbeitszeitkonten, offensiv genutzt würden. Denn auch wer zu hundert Prozent hinter seinem Job und den Produkten seines Unternehmens stehe, müsse Familie und Beruf vereinbaren können.

Beschäftigte am Erfolg beteiligen
Auch Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, hob die Bedeutung der qualifizierten und motivierten Beschäftigten für den Erfolg der deutschen Automobilindustrie, für die hohe Qualität der Produkte und für den technologischen Vorsprung hervor. "Die Unternehmen haben im letzten Jahr hohe Gewinne gemacht, daran müssen auch die Beschäftigten beteiligt werden - nicht nur materiell", forderte Wetzel. Er sprach sich insbesondere dafür aus, mehr reguläre Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen. Denn prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Jobs im Niedriglohnsektor böten keine Perspektiven für die Menschen.

Ein wichtiger Faktor der Wettbewerbsfähigkeit ist laut Wetzel die hohe Produktivität, die gemeinsam von Arbeitgebern und Beschäftigten auch in Zukunft verbessert werde. "Aber das gelingt nur dort, wo die Menschen gefragt und einbezogen werden. Wo Mitbestimmung im Betrieb gelebt wird", stellte Wetzel fest.

Erfolg durch kluge Tarifpolitik
Die kluge Tarifpolitik in den vergangenen Jahren ist auch für VDA-Präsident Matthias Wissmann Grundlage für den Erfolg der deutschen Automobilindustrie. Arbeitnehmer und Arbeitgeber hätten davon gemeinsam profitiert. Deutschland könne sich aber keineswegs zurücklehnen, sondern müsse in einer neuen gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften das deutsche Erfolgsmodell der Automobilindustrie in der kommenden Dekade aktiv fortschreiben, so der VDA-Präsident. Das betreffe die Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette zwischen Herstellern und Zulieferern, die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und das Zusammenwirken mit der Politik. Neue Wettbewerber und intensiver internationaler Wettbewerb erforderten, dass Deutschland weiter an seiner Wettbewerbsfähigkeit arbeite, sagte Wissmann. Huber und Wissmann forderten in diesem Zusammenhang eine intelligente und flexible CO2-Regulierung durch die Europäische Union.

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