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Irene Schulz. Foto: IG Metall

Geplanter Zusammenschluss von Alcatel-Lucent und Nokia

Nicht auf Kosten der Belegschaften

11.06.2015 Ι Wenn zwei Unternehmen zusammengehen, dann bedeutet das für den Kleineren meist nichts Gutes. Oft ist das Ergebnis massiver Jobabbau oder sogar ein Sterben auf Raten. Dass das nicht immer so sein muss, könnte die geplante Fusion von Nokia Networks Deutschland und der Alcatel-Lucent Deutschland AG zeigen.

Der Netzwerk-Markt ist hart umkämpft. Umso erfreulicher ist es, wenn sich die Akteure einer Übernahme nicht mit Hauen und Stechen die größten Marktanteile sichern wollen, sondern einen Plan überlegen, der beiden Partnern nutzen kann. Alcatel-Lucent und Nokia sind beide in der Netzwerktechnologie unterwegs und wären gemeinsam unter einem Dach global weitaus besser aufgestellt als getrennt.


Überschneidungen, aber auch effektive Synergien

Zwar gibt es Überschneidungen - zwei Konzernzentralen und zwei Verwaltungsbereiche. Auch bringt jedes Unternehmen einen eigenen Support, Vertrieb sowie die Infrastruktur von Mobilnetzen in den Zusammenschluss ein. Daher werden die IG Metall und die französischen Gewerkschaften den Prozess begleiten, um Nachteile für die Beschäftigten beider Unternehmen abzuwenden. Trotzdem ergänzen sich das finnische Unternehmen Nokia und der französische Konzern Alcatel-Lucent. Aus der Fusion könnten effektive Synergien entstehen, die das neue Unternehmen konkurrenzfähiger machen. Das begrüßt die IG Metall, auch weil sich das positiv auf die Arbeitsplätze auswirken könnte.


Doch damit diese Rechnung aufgeht, ist es notwendig, dass das Unternehmen in die Beschäftigten und die europäischen Standorte investiert. Eine Stärkung der Branche hierzulande ist dringend notwendig. Denn die Unternehmen sind durch die chinesische Billigkonkurrenz massiv unter Druck. Tatsächlich könnte mit dieser Fusion ein europäischer Akteur auf dem Netzwerkmarkt entstehen, der auf dem Weltmarkt bestehen kann. Daher sieht die IG Metall in diesem Zusammenschluss eine ganze Reihe Chancen.

Auch die Politik muss tätig werden, erklärt Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall mit Sitz im Aufsichtsrat von Nokia Networks: "Bei zunehmender Vernetzung und Digitalisierung brauchen wir starke europäische Player auf dem Markt, die schnelle. hochklassige und vor allem sichere Netzwerktechnologie liefern. Von der Politik erwarten wir deshalb ein verstärktes Engagement, insbesondere beim Schaffen von Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche europäische Telekommunikationsindustrie, sowie verstärkte öffentliche Investitionen in fortschrittliche Internettechnologien und Anwendungen."

Die Beschäftigten von Nokia und Alcatel-Lucent sind innovativ, kreativ und motiviert. Das haben sie immer wieder bewiesen. Mit ihren Kenntnissen und Kompetenzen sind sie die Basis, die ein dynamisches und leistungsfähiges Unternehmen besitzen sollte, dass dann auch global effizienter aufgestellt wäre. Soweit die Chancen.


Doch damit das auch ganz praktisch funktioniert und nicht letztendlich doch auf Kosten der Belegschaft geht, fordert die IG Metall, dass das neue Unternehmen weiterhin verstärkt in Beschäftigte und Standorte in Europa und Deutschland investiert.  Auf die Arbeitsplätze übertragen, bedeutet das: Arbeitnehmer, deren Arbeitsplätze gestrichen werden, müssen in den neuen Zukunftsbereichen eingesetzt werden. Zudem muss das neu aufgestellte Unternehmen Nokia auch seine europäischen Teams verjüngen, besonders im Bereich Forschung und Entwicklung. Und dafür ist niemand besser geeignet als die Beschäftigten der beider Unternehmen.


Gemeinsame Erklärung

Vertreter der IG Metall und der französischen Gewerkschaften CFDT, CGT und FO haben kürzlich bei einem Treffen in Homburg/Saar eine Erklärung verabschiedet. 

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