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Detlef Wetzel

Das fordern wir: Interview mit Detlef Wetzel

Taten statt Sonntagsreden

14.09.2009 Ι Forderungen mit Gewicht: Bisher haben sich über 480 000 Menschen an der Umfrage "Gemeinsam für ein Gutes Leben" beteiligt und ihre Wünsche an die Politik formuliert. Als Konsequenz aus der Befragung fordert die IG Metall von den wahlkämpfenden Parteien eine "Politik für die Mehrheit der Menschen". Wir haben Detlef Wetzel gefragt, wie eine Politik im Interesse der Mehrheit konkret auszusehen hat.

Beinahe eine halbe Millionen Teilnehmer haben bei der Befragung der IG Metall deutlich gemacht, was für sie ein "gutes Leben" ist. Was brennt den Menschen in Deutschland unter den Nägeln?
Die Menschen kritisieren, dass sich die Politik in den letzten Jahren zu stark an den Interessen von Banken, Unternehmen und Finanzmärkten orientiert hat. Dass die Wünsche, Sorgen und Nöte der Menschen keine Rolle gespielt haben. Nun fordern sie, dass sich dies ändern muss. Die Menschen wollen, dass sich Politik wieder an ihren Interessen orientiert. Sie wollen sichere Arbeitsplätze zu fairen Bedingungen, eine gute Zukunft für ihre Kinder, Arbeit und Leben besser miteinander vereinbaren können, eine gerechte Gesellschaft und ein sorgenfreies Leben im Alter.

Welche konkreten Forderungen leitet die IG Metall aus den Befragungsergebnissen ab?
Das allerwichtigste ist, dass endlich der Arbeitsmarkt reguliert wird. Wir brauchen mehr Sicherheit und weniger Armut durch reguläre Jobs. Prekäre Beschäftigung muss der Vergangenheit angehören - Leiharbeit muss fair gestaltet werden.
Außerdem kann es nicht sein, dass Menschen ihr Leben lang hart arbeiten, kräftig in die Rentenkasse einzahlen und dann reicht die Rente am Ende hinten und vorne nicht, weil ständig gekürzt wird. Darum brauchen wir einen neuen Generationenvertrag. Wir brauchen  die Weiterentwicklung der Rentenversicherung zu einer solidarischen Erwerbstätigenversicherung.

Am Aktionstag der IG Metall am 5. September in Frankfurt haben sich besonders viele junge Menschen beteiligt, von Politikverdrossenheit war da nichts zu sehen. Was muss die nächste Bundesregierung für die junge Generation tun?
Die Politik muss die Themen der jungen Generation endlich ganz oben auf die Tagesordnung stellen. Angefangen beim Thema prekäre Beschäftigung, unter der vor allem junge Menschen zu leiden haben, über Bildung und Ausbildung bis hin zu Fragen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf - statt in Sonntagsreden über die Jugend zu sprechen, muss endlich etwas für sie getan werden.

Unter dem Motto "Wählen gehen!" mobilisiert die IG Metall für eine hohe Wahlbeteiligung am 27. September. Warum ist es wichtig, möglichst viele Menschen zum Urnengang zu bewegen?
Die letzten Landtagswahlen haben wieder deutlich gezeigt, welche Auswirkungen die Wahlbeteiligung auf das Endergebnis haben kann. So hat beispielsweise eine geringe Wahlbeteiligung das Stimmengewicht der FDP zusätzlich verstärkt. Wir wollen nicht, dass die FDP eine Chance bekommt, uns die neoliberalen arbeitnehmerfeindlichen  Konzepte in einer noch höheren Dosis zu verabreichen, als das in der Vergangenheit der Fall war. Darum ist eine hohe Wahlbeteiligung wichtig. Denn sie verringert die Chance auf eine schwarz-gelbe Koalition.

Die IG Metall begleitet den Wahlkampf mit Inhalten statt Wahlempfehlungen. Auf welche Inhalte in den Wahlprogrammen sollten die Menschen besonders achten, bevor sie ihr Kreuz machen?
Ich glaube nicht, dass wir den Menschen sagen müssen, worauf sie zu achten haben. Wie unsere Befragung gezeigt hat, wissen sie das sehr gut selbst. Ich hoffe nun, dass sich dieser Wunsch nach einer gerechteren und sozialeren Politik auch im Wahlverhalten zeigt.

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