IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
     
Büroarbeit: einseitige Belastung kann auch hier krank machen

Büroarbeit: einseitige Belastung kann auch hier krank machen

So bleiben Sie gesund

24.11.2009 Ι Körperlich schwer ist die Arbeit von kaufmännischen Angestellten, Programmierern, Beraterinnen, technischen Experten und Ingenieuren in der Regel nicht. Dennoch werden bei ihnen typische gesundheitliche Beeinträchtigungen festgestellt. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

In Folge der einseitigen Körperhaltung und sich wiederholenden Arm- und Handbewegungen klagt die Hälfte der Beschäftigten, die täglich mehr als vier Stunden am Bildschirm sitzen, über Beschwerden im Rücken, Nacken und Schulterbereich. Darüber hinaus führen sich wiederholende Tätigkeiten zu Entzündungen im Handgelenk (Carpal-Tunnel-Syndrom / RSI-Syndrom). Schlechte Beleuchtung und Monitore ziehen häufig Augenprobleme und Kopfschmerzen nach sich.

Psychische Belastungen nehmen zu

Psychische Belastungen reichen von Lärmstress und Konzentrationsschwierigkeiten in Gruppenbüros über permanenten Zeitdruck bis zu wachsender Leistungsverdichtung. Auch Arbeitsunterbrechungen, plötzliche Zusatzaufgaben, widersprüchliche Aufgaben und die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Projekte machen den Beschäftigten zu schaffen.
Insbesondere in der Projektarbeit sind psychische Belastungen ein Problem. Projektbeschäftigte leiden viermal häufiger unter psychosomatischen Beschwerden wie chronischer Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Magenbeschwerden als der Durchschnitt der Beschäftigten.

Selbst checken
Auch in Büros gilt es, den Lärmpegel so niedrig wie möglich zu halten. Die Arbeitsstättenverordnung enthält keine Lärmobergrenzen für Büros. Betriebsräte können sich aufs Arbeitsschutzgesetz beziehen, das die Berücksichtigung von gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen verlangt.

Lärmbelastung ist auch am Büroarbeitsplatz gefährlich.

Die Experten sind sich einig: Wer möglichst störungsfrei und effizient arbeiten will, braucht Platz. Der Gesetzgeber verzichtet hingegen auf eine konkrete Regelung und spricht in der Arbeitsstättenverordnung nur noch von einer "ausreichenden Grundfläche". Als arbeitswissenschaftliche Erkenntnis kann eine Arbeitsfläche Mindestfläche von mindestens zehn Quadratmetern angesehen werden. Je nach Tätigkeit oder Bürotyp ist jedoch mehr Platz notwendig.

Die Bewegungsfreiheit sollte nicht zu stark eingeschränkt sein.

Welche Folgen können eintreten?

  • Schmerzen im Stütz- und Bewegungsapparat: Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates
  • Kopfschmerzen, Augenprobleme wie Flimmern und Doppeltsehen: Negative Veränderung der Sehstärke
  • Beschwerden an Händen, Armen und Beinen: Repetitive Strain Injury (RSI)
  • Starke Müdigkeit, Leistungsabfall: Verminderung der Umstellungs- und Reaktionsgeschwindigkeit, steigende Fehlerhäufigkeit, erhöhte Unfallgefahr
  • Hoher Blutdruck, innere Anspannung, Konzentrationsstörungen, Erschöpfung, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Angstzustände, nervöse Magenschmerzen: Psychosomatische Störungen und Erkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Herzerkrankungen, geschwächtes Immunsystem, Kopfschmerz- und Migräneattacken, Burnout

Anhand dieser Tabellen können Sie überprüfen, ob Sie an Ihrem Arbeitsplatz zu starken Belastungen ausgesetzt sind. Sollte das der Fall sein, beraten Sie gemeinsam mit Ihrem Betriebsrat, wie Ihre Situation und die Ihrer Kollegen verbessert werden kann.

Themen

Alles rund um Ihren Arbeitsplatz.

Links und Zusatzinformationen
Servicebereich