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Videowettbewerb

Brasilianische Metallgewerkschaft starten eigenen TV-Sender

Rede-TV geht an den Start

10.08.2010 Ι Nach mehr als 20 Jahren Kampf der Metallgewerkschaft der großen ABCDMRR-Region von São Paulo (Santo André, São Bernardo do Campo, São Caetano do Sul, Diadema, Mauá, Ribeiro Pires e Rio Grande da Serra) startet am 23. August 2010 um 19 Uhr der erste Fernsehsender der Arbeitnehmer Brasiliens: TVT.

Damit werden die Metaller von CUT (Central Única dos Trabalhadores) Geschichte schreiben. Der Leiter der Kommunikationsabteilung der Metallgewerkschaft von ABC Valter Sanches erklärte: "Wir haben einen Traum wahrgemacht. Es war ein langer Kampf." Seit langem hatten sich die Arbeitnehmer um eine Fernsehkonzession und somit auch für die Demokratisierung der Kommunikationsmittel in Brasilien bemüht.

Langer Weg zum TV-Sender
Der erste Konzessionsantrag wurde 1987 gestellt. Luiz Inácio Lula da Silva, damals Abgeordneter des Bundesparlaments, und Vicentinho, Vorsitzender der Metallgewerkschaft, hatten den Antrag an António Carlos Magalhães, Minister für Kommunikation unter der Regierung Sarney, abgegeben. Vicentinho: "Er versprach den Antrag wohlwollend zu prüfen, hat sich aber nie wieder zurückgemeldet."
Nun, 20 Jahre später, wurde die Konzession unter Lula´s Regierung an die am 10. September 1991 von der Metallgewerkschaft der ABC gegründete "Stiftung Gesellschaft, Kommunikation, Kultur und Arbeit" erteilt. Vorsitzender der Stiftung ist Valter Sanches, Metaller bei Mercedes-Benz. Der Beirat besteht aus 40 Mitgliedern aus unterschiedlichen CUT-Gewerkschaften wie Metall-, Chemie,- Banken- und Ölindustrie-, sowie der Lehrer- und Journalistengewerkschaft von São Paulo.


TVT: Brasiliens Arbeitnehmer-Fernsehsender

Metallvorsitzender Sérgio Nobre sagte: "Jeder kennt den Beitrag der Gewerkschaft zur Konsolidierung der Demokratie in Brasilien. Das TVT ist Resultat dieser Demokratie und ein Recht der Arbeitnehmer."
Das neue TV-Netz "TVT" (Televisão dos Trabalhadores: Fernsehsender der Arbeitnehmer) wird sich insbesondere erzieherischen Themen widmen. Zuerst wird täglich für rund eineinhalb Stunden ein eigenes Gewerkschaftsprogramm ausgestrahlt. Dazu kommen Diskussionsrunden, Dokumentarfilme, Genossenschaftsthemen, Interviews und Sondersendungen aus der Arbeitswelt. In der restlichen Sendezeit werden Programme von TV-Brasil sowie Sondersendungen der Fernsehkanäle des Parlaments und des Senats übertragen.
Das Programm wird von 70 ausgebildeten Mitarbeiter bestritten. Die Gesamtinvestitionskosten betrugen eine Million Reais. Die monatlichen Produktionskosten betragen rund 400 000 Reais. Die Metallgewerkschaft hat 15 Millionen Reais an die Stiftung übertragen und dadurch das Fernsehprojekt für zunächst einmal drei Jahre gesichert.

Arbeitern eine Stimme geben
"Unsere eigentliche Aufgabe liegt darin, den Arbeitnehmern Präsenz und Stimme zu garantieren aber auch den sozialen Bewegungen, die von den Fernsehanstalten marginalisiert werden", sagt Sanches. Mittels einer portugiesischen Wortspielerei erklärt Sanches: unser Slogan wird deswegen heißen: "Das TVT, das TV, das Dich sieht". Die Fernsehzentrale ist in São Bernardo do Campo angesiedelt, Sitz der Metallgewerkschaft, die über 100 000 Arbeitnehmer in einer der produktivsten und wichtigsten Regionen Brasiliens und Lateinamerikas vertritt.

Der TVT-Kanal stellt einen einmaligen Fernsehversuch in Brasilien dar, der nur von Arbeitnehmern geleitetet wird. Das Fernsehsystem in Brasilien wird lediglich von fünf großen nationalen Sendern kontrolliert. Weitere fast Tausend Übertragungssender im ganzen Land befinden sich in den Händen lokaler politischer Gruppen. Zusammen mit drei großen Zeitungen sind sie verantwortlich für fast alles, was die Brasilianer sehen, lesen und hören. Sie haben kein Interesse, dass Arbeitnehmer zur ihrer Gruppe gehören. Sérgio Nobre: "Deswegen haben die Arbeitnehmer das Recht auf einen TV-Sender, genauso wie bereits andere Gewerkschaftsgruppen es haben, wie Kirchen und Universitäten."
Das Programm wird gleichzeitig von dem neu gestartetem TV-WEB-Portal  der Metallgewerkschaft von ABC (www.smabc.org.br) weltweit übertragen.

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