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© Marc Stantien

Befragung 2017

Arbeitszeit: Das wollen Beschäftigte in Teilzeit

31.05.2017 Ι Mit Teilzeit sind Beschäftigte mit ihrer Arbeitszeit zufriedener als der Durchschnitt. Allerdings wünschen sich viele, ihre Arbeitszeit etwas zu verlängern. Die IG Metall drängt weiter darauf, das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit gesetzlich festzuschreiben.

Der Gesundheit tun kürzere Arbeitszeiten gut, das hat die Wissenschaft schon seit Längerem festgestellt. Der Zufriedenheit offenbar auch. Denn Beschäftigte mit Teilzeit sind mit ihren Arbeitszeiten häufiger zufrieden als der Durchschnitt. Das ist ein Ergebnis der Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Drei von fünf Teilzeitbeschäftigten sind mit ihren Arbeitszeiten zufrieden, unter allen Befragten ist es nur knapp jeder Zweite.

Teilzeit ist noch immer Frauensache. Gut 80 Prozent der Befragten, die ihre Arbeitszeit verringert haben sind Frauen. Teilzeit ist allerdings für die wenigstens erste Wahl. Nur gut 18 Prozent arbeiteten von Anfang an in Teilzeit. Fast 82 Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiteten vorher Vollzeit.



Jede Dritte würde gerne länger arbeiten. Doch nur jede Fünfte hat mit dem Arbeitgeber vereinbart, auf Vollzeit zurückkehren zu können. Nicht jede Beschäftigte kann also ihre Arbeitszeit einfach verlängern und wird es auch sobald nicht können. CDU und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag zwar darauf verständigt, ein Recht auf Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit gesetzlich zu verankern. Der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, scheiterte nun aber nach monatelangen Verhandlungen am Widerstand von Union und Arbeitgebern.


Viele Beschäftigte in der Teilzeitfalle

Doch ohne ein Recht auf Vollzeit stecken viele Beschäftigte, meistens Frauen, in der Teilzeitfalle fest. Gerade höher qualifizierte Frauen steigen in der Regel nicht mehr auf, bleiben jahrelang in der gleichen Entgeltgruppe oder arbeiten gar nicht mehr in ihrem erlernten Beruf. Im besten Fall steht ihre Karriere still und im schlimmsten geht sie den Bach runter.

Die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, bedauerte das Scheitern des Gesetzentwurfs. Sie sagte: "Die Union hat eine große Chance verpasst, den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Das gelingt am besten mit zeitgemäßen Rahmenbedingungen, die allen Beschäftigten Sicherheit und persönliche Flexibilität garantieren. Das wissen wir aus vielen persönlichen Gesprächen mit Beschäftigten und unserer großen Befragung. Umso bedauerlicher ist, dass sich die Union bei diesem wichtigen Zukunftsthema dem Druck der Arbeitgeber gebeugt hat. Die Leidtragenden dieser kurzsichtigen Politik sind vor allem Frauen." Die IG Metall wird weiter darauf drängen, dass das Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit weiterverfolgt wird - auch von der nächsten Bundesregierung.


Über die Befragung: Die IG Metall hat Beschäftigte in mehr als 7000 Handwerks-, Dienstleistungs-, und Industriebetrieben befragt. Insgesamt haben sich 681.241 Beschäftigte an der Befragung beteiligt. Mitmachen konnten alle Beschäftigten - Gewerkschaftsmitglieder und Nichtmitglieder. Der Fragebogen konnte schriftlich oder online ausgefüllt werden. Befragungszeitraum war vom 16. Januar bis 26. Februar 2017. Die Zahlen sind gerundet.

 




 

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Heidi Falkenberg, 40 Jahre, VW, Falkenberg:

"Ich arbeite bei VW Financial Services in der Marketing-Abteilung, ich arbeite dort sehr gern. Trotzdem: Im vergangenen Jahr spürte ich, dass ich durch die Arbeit zu wenig Zeit für mich und die Familie habe. Ich habe 38 Stunden gearbeitet, was allerdings mit meinem Privatleben kollidiert ist. Um allen gerecht zu werden, habe ich jetzt meine Arbeitszeit reduziert. Das war seitens des Arbeitgebers überhaupt kein Problem. Jetzt arbeite ich 27,5 Stunden, meine Wunscharbeitszeit: Vier Tage bin ich im Büro, der Freitag aber gehört mir. Das fühlt sich gut an, das gibt Kraft."

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