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Automobilzulieferer verweigert Tarifverhandlungen

Streit um faire Löhne bei der Dr. Schneider GmbH

25.08.2011 Ι Tariflöhne für die Beschäftigten bei der Dr. Schneider GmbH in Judenbach - das fordert die IG Metall. Denn bei dem Automobilzulieferer verdienen sogar die Leiharbeitnehmer mehr als die Stammbeschäftigten. Doch das Management verweigert die Verhandlungen. Nun hat die IG Metall den Fall vor das Arbeitsgericht gebracht.

Wenn Leiharbeiter die Übernahme in einen festen Arbeitsvertrag ablehnen, dann muss schon ganz schön viel schief laufen. So wie beim Automobilzulieferer Dr. Schneider GmbH in Judenbach. Hier verdienen die Stammbeschäftigten weniger als die Leiharbeiter. Die niedrigsten Stundenlöhne liegen bei 6,80 Euro brutto. Da das Unternehmen nicht tarifgebunden ist, strebt die IG Metall bereits seit über einem Jahr einen Tarifabschluss an. Bisher ohne Erfolg. 

Betriebsrat wurde unter Druck gesetzt

Das Management verweigert inzwischen konsequent Verhandlungen mit der IG Metall. Dagegen wird der Betriebsrat attackiert und aufgefordert, über die Entgelte zu verhandeln - obwohl dies eindeutig nicht die Aufgabe des Betriebsrates ist. Sondern in den Zuständigkeitsbereich der Gewerkschaft fällt. Zusätzlich wurden einzelne Betriebsratsmitglieder auch noch unter Druck gesetzt und schlecht gemacht. Nach diesen Vorfällen ist die IG Metall vor Gericht gezogen. "Wir wollen, dass die Geschäftsführung sich zumindest an Recht und Gesetz hält", sagt Thomas Steinhäuser von der IG Metall Suhl/Sonneberg. Und die Chancen stehen gut, dass die Gewerkschaft auch Recht bekommt.


Sobald das örtliche Gericht entschieden hat, wird die IG Metall versuchen in Tarifverhandlungen höhere Entgelte durchzusetzen. Nach dem Tarifvertrag der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie müssten mindestens 9,80 Euro in der Stunde gezahlt werden. Doch für Thomas Steinhäuser ist klar: "Ein Stundenlohn in dieser Höhe erreichen wir nicht sofort. Doch acht Euro sollten in einem ersten Schritt schon erreicht werden".

Nachdem das Management nur ein Plus von zwei Prozent angeboten hat, hat die IG Metall die Gespräche abgebrochen. Denn ein Plus von zwei Prozent hätte auf der Basis von 6,80 Euro für die Kollegen noch nicht einmal einen Stundenlohn von sieben Euro ergeben. Zwischenzeitlich hat die Geschäftsleitung einseitig durch Aushang Entgeltsteigerungen für die Abteilungen in unterschiedlicher Höhe um bis zu plus 10,4 Prozent gewährt. Bei den nun angestrebten Tarifverhandlungen sollen neben höheren Entgelten, auch die Arbeitszeit, Zuschläge, Urlaub und Sonderzahlungen verhandelt werden.

Bisher keine Tariflöhne gezahlt

Die Firma Schneider Gmbh in Judenbach stellt Kunststoffteile für die Automobilindustrie hier. Im thüringschen Werk in Judenbach arbeiten zur Zeit etwa 130 Beschäftigte. Zum Schneider-Konzern gehören weitere Werke in Bayern. Auch dort werden keine Tariflöhne gezahlt. Doch die Differenz der tatsächlichen Entgelte zum Tariflohn ist deutlich geringer als im thüringschen Judenbach.  

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