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Alternativer Nobelpreis für Ärzteorganisation

Alternativer Nobelpreis für Ärzteorganisation

Nobelpreis für Ärzte für Menschenrechte

06.12.2010 Ι Die Ärzteorganisation "Ärzte für Menschenrechte Israel" erhält den Alternativen Nobelpreis. Es sind Aktivisten, die benachteiligte Bevölkerungsgruppen medizinisch versorgen, unter anderem durch mobile Kliniken, die sie auch in den Gazastreifen schicken. Die Stockholmer Stiftung des Alternativen Nobelpreises, (die korrekt "Right Livelihood Award", in etwa: "Preis für richtiges Leben") heißt, begründete ihre Entscheidung damit, dass die Ausgezeichneten in vorbildlicher Weise für einen "Wandel von unten" eingetreten seien.

Die israelische Ärztin Ruchama Marton hatte die Gruppe "Ärzte für Menschenrechte Israel" 1988 gemeinsam mit palästinensischen Medizinern gegründet. Anlass war die erste Intifada und die damit verbundene Verschlechterung der medizinischen Lage in den besetzten Gebieten. "Ärzte für Menschenrechte Israel" sichert seit 22 Jahren die medizinische Versorgung von Menschen, die ansonsten keinen Zugang dazu hätten. Die Nationalität oder Religion der Patienten und Patientinnen spielt dabei keine Rolle.

Dr. Ruchama Marton, Gründerin und Präsidentin der Gruppe erklärte auf der Pressekonferenz in Stockholm: "Unser hauptsächliches Anliegen bei Physicians for Human Rights-Israel besteht darin, das Unrecht zu bekämpfen, das aus menschlichem Verhalten resultiert, und nicht so sehr die Krankheiten, die von Mikroben verursacht werden. Als eine Menschenrechtsorganisation sind wir, per Definition, politisch. Wir erheben die Stimme gegen Menschenrechtsvergehen durch das Regime. Wie kann man die Wunden eines Folteropfers behandeln, ohne den Finger auf das Foltersystem zu richten? Wie kann man die Plage Diarrhö behandeln - sei es im besetzten Gazastreifen oder in nicht anerkannten Beduinendörfern -, ohne dessen Ursachen anzugehen: eine Regierungspolitik, die Menschen Zugang zu angemessener Wasserversorgung verweigert?
Wir bei PHR-Israel sehen diesen Preis als eine Auszeichnung für israelische und palästinensische Mediziner, die es geschafft haben, gegenseitigen Respekt und Kooperation inmitten von Leid, Blutvergießen, Angst und Hass aufrechtzuerhalten.

Die Verleihung des "Right Livelihood Award", fand am 6. Dezember 2010 im schwedischen Parlament in Stockholm statt. Gründer des Preises ist der schwedisch-deutsche Philanthrop Jakob von Uexküll. Seit 1980 ehrt die von ihm gegründete "Right Livelihood Foundation" Personen und Initiativen, die bei der Vergabe der offiziellen Nobelpreise nicht bedacht wurden.

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