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Alstom Salzgitter: Massive Proteste gegen den Abbau von Arbeitsplätzen

Massive Proteste gegen Jobstreichungen

23.03.2011 Ι Alstom will am Standort Salzgitter 700 Stellen streichen. Trotz monatelangen Verhandlungen und Zugeständnissen seitens der Belegschaft will die Unternehmensleitung nicht einlenken. Die Beschäftigten sind wütend und empört. Die IG Metall kündigte an, dass sie einen Rückzug auf Raten nicht widerstandslos hinnehmen wird.

Das Bahntechnik-Unternehmen Alstom Transport will am Standort Salzgitter massiv Jobs streichen. Obwohl Betriebsrat und IG Metall seit Monaten mit der Unternehmensleitung verhandeln und immer wieder konstruktive Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung vorgelegt haben, hat die Pariser Konzernzentrale nun angekündigt, 700 der 2800 Stellen in Salzgitter zu streichen. Die Verträge von Leiharbeitern und befristet Beschäftigten sollen nicht verlängert werden. Zudem soll der Rohbau nach Polen verlagert werden.

Dass der Standort Salzgitter wirtschaftliche Probleme hat, ist bereits seit 2005 bekannt. Seither haben Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsleitung immer wieder verhandelt. Dabei ging es darum, die Abläufe und Strukturen zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Die Beschäftigten verzichteten seither auf anstehende Tariferhöhungen und verlängerten auch ihre Arbeitszeit. Sie waren sogar bereit, weitere Sonderregelungen und Zugeständnisse zu machen. Wenn jedoch der Rohbau am Standort Salzgitter wegfällt, fehlt ein wichtiger Kernbereich. Damit verliert Salzgitter an Know-How und die Fertigungstiefe wird sich massiv verringern. 

Ohne Rohbau und Vorfertigung ist das Ende für den Standort nur noch eine Frage der Zeit, meint Horst Ludewig, Zweiter IG Metall-Bevollmächtigter in Salzgitter. Deshalb befürchtet die IG Metall auch, dass die angekündigten Stellenstreichungen nur der Anfang vom Ende sein könnten. "Die angekündigte Zahl von 700 Arbeitsplätzen, die abgebaut werden sollen, stimmt nicht mit den vorgelegten Plänen von Alstom überein. Tatsächlich kommen wir auf 1400 Arbeitsplätze, die am Alstom-Standort Salzgitter betroffen sind", kritisiert Ludewig. Er befürchtet, dass trotz einer stabilen Nachfrage nach Schienenfahrzeugen, der Standort Salzgitter scheibchenweise platt gemacht werden soll.

Für den 5. April ist ein Treffen der Arbeitnehmer- und Unternehmensvertreter des Aufsichtsrates vorgesehen. Trotzdem hat die französische Konzernleitung nun schon ihre Pläne vorgelegt. "Offensichtlich besteht auf Seiten des Managements überhaupt kein Interesse an Gesprächen. Anders lässt es sich nicht interpretieren, wenn kurz vor der nächsten Sitzung der gemeinsamen Arbeitsgruppe ein derartiger Arbeitsplatzabbau angekündigt wird", kritisiert Bernd Eberle, Betriebsratsvorsitzender. Auch das Engagement der Landesregierung hat nicht zum Einlenken des Schienenfahrzeugherstellers geführt. Ministerpräsident McAllister kritisierte, dass die Konzernführung trotz mehrerer Gespräch kein Entgegenkommen gezeigt hätte.

Die IG Metall wird einen Rückzug auf Raten nicht widerstandslos hinnehmen. Hartmut Meine kündigte massive Proteste gegen diese irrationale und ökonomisch unsinnige Entscheidung an.

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