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Wirtschaft: Stabiles Wachstum in Aussicht

Interview mit Stefan Schaumburg: Die Entwicklung der letzten zwei Jahre gibt uns recht

Wirtschaft wächst vor allem durch privaten Konsum

03.02.2016 Ι Der Wirtschaft geht es gut, weil die Menschen real mehr Geld haben. Damit das auch 2016 so bleibt, hält die IG Metall an ihrer verlässlichen Tarifpolitik fest. "Löhne sind Kaufkraft und steigern das Wachstum. Die Entwicklung der letzten zwei Jahre gibt uns recht", sagt Stefan Schaumburg, Tarifexperte beim IG Metall-Vorstand.
Die deutsche Wirtschaft wächst und macht nach wie vor gute Gewinne. Ein Wachstumsmotor ist der private Konsum - angekurbelt auch durch die Tarifabschlüsse der IG Metall in den letzten Jahren. Auch 2016 befindet sich die Wirtschaft insgesamt auf einem stabilen Wachstumskurs. IG Metall-Tarifexperte Stefan Schaumburg sieht daher keinen Grund, warum die IG Metall von ihrer verlässlichen Tarifpolitik abweichen und die Beschäftigten auf ihren fairen Anteil am wirtschaftlichen Fortschritt verzichten sollten.

Gesamtmetall spricht von einer schleichenden Deindustrialisierung in Deutschland. Wie steht es um die Metall- und Elektroindustrie?
Stefan Schaumburg:
Was Wirtschaftsinstitute und Sachverständige zu Recht als stabiles Wachstum bezeichnen, tut Gesamtmetallpräsident Rainer Dulger als Scheinaufschwung ab. Fast schon gebetsmühlenartig - das hören wir in jeder Tarifrunde - warnt er davor, die Unternehmen zusätzlich finanziell zu belasten, da sie sonst verlagern müssten. Sicher gibt es auch Risiken. Aber im Moment spricht vieles dafür, dass die Wirtschaft weiter wachsen wird. Die industrielle Produktion läuft stabil und auf hohem Niveau. Die Auslastung liegt über der normalen Grenze von 85 Prozent.

Was könnte die wirtschaftliche Entwicklung trüben?
Die Exportstärke der deutschen Wirtschaft könnte sich als Schwachstelle erweisen, da es in einigen Schwellenländern kriselt und die Aufträge dort zurückgehen. Auch politische Entscheidungen lenken die wirtschaftliche Entwicklung. Bei einigen Unternehmen schlägt der Boykott Russlands negativ zu Buche. Die Austeritätspolitik der europäischen Kommission verschärft die Wirtschaftskrise in Südeuropa und ruiniert die dortigen Binnenmärkte. Die Sparpolitik der Bundesregierung verhindert notwendige Investitionen in die Infrastruktur.

Welche Rolle spielen die Einkommen für die wirtschaftliche Entwicklung?
Angesichts dieser Risiken ist es umso wichtiger, den Binnenmarkt zu stärken. Entgelte sind nicht nur Kostenfaktoren, sie sind auch Kaufkraft und steigern das wirtschaftliche Wachstum. Die Entwicklung der letzten zwei Jahre gibt uns recht. Auch in diesem Jahr wird der private Konsum den größten Anteil am Wachstum ausmachen - aber nur, wenn auch die Einkommen steigen.

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