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Vor Gewerkschaftswahlen am US-Standort von ThyssenKrupp

IG Metall unterstützt US-Gewerkschaften

10.11.2011 Ι Im Dezember stimmen die Beschäftigten im ThyssenKrupp Stahlwerk in Alabama über die Zulassung der "United Steel Workers" (USW) ab. Die IG Metall unterstützt die US-Gewerkschaft vor dieser Abstimmung. Das Management des Stahlwerks setzt auf Einschüchterung der Belegschaft und will so erreichen, dass ThyssenKrupp in den USA weiterhin gewerkschaftsfreie Zone bleibt.
Da es in den USA kein Betriebsverfassungsgesetz und somit auch keine Betriebsräte gibt, müssen sich die Beschäftigten explizit für die Zulassung einer Gewerkschaft in ihrem Werk aussprechen: 50 Prozent plus eine Stimme müssen bei einer Wahl für die Arbeitnehmervertretung votieren. Diese Abstimmung steht nun in dem im Dezember 2010 eingeweihten ThyssenKrupp-Stahlwerk im US-amerikanischen Bundesstaat Alabama bevor.

Ein wichtiger Urnengang

Damit das Werk weiterhin von gewerkschaftlichen Einflüssen unbehindert arbeiten kann, hat die Unternehmensleitung bereits vor Monaten so genannte Union-Buster eingesetzt: Unternehmensberater, die Stimmung machen gegen die Gewerkschaften und die die Beschäftigten unter Druck setzen, damit sie gegen die Zulassung der Gewerkschaft stimmen. Eine Methode, die auch andere deutsche Firmen an ihren US-Standorten anwenden, um es den Gewerkschaften zu erschweren, einen Fuß in die Tür der amerikanischen Niederlassungen zu bekommen.

Unterstützung aus Deutschland

Auch bei ThyssenKrupp ist keineswegs sicher, dass bei der Abstimmung die erforderliche Mehrheit für die Zulassung der USW erreicht wird. "Das Klima in den USA ist schwierig und oft braucht es eine zweite und dritte Abstimmung im Betrieb, ehe eine Gewerkschaft die nötige Mehrheit bekommt", weiss Hannelore Elze, Leiterin des IG Metall-Zweigbüros in Düsseldorf, das unter anderem für die Stahlbranche zuständig ist.

Nun aber steht im Dezember, ein Jahr nach der Einweihung, die erste Abstimmung an und die IG Metall unterstützt die US-Kollegen bei der Vorbereitung nach Kräften. "Das beginnt damit, dass wir unsere Kollegen in den USA darüber informieren, welche Rechte Arbeitnehmer von ThyssenKrupp in Deutschland haben. Dass es sich also auszahlt für die Gewerkschaft zu kämpfen". Noch im November wird eine Delegation mit Vertretern des Betriebsrats und der IG Metall nach Alabama reisen. Neben der Mitgliederwerbung will man auch die Einhaltung von Gewerkschaftsrechten überwachen.

"Weder Zwang noch Einschüchterung"

Außerdem macht die IG Metall Druck auf die Geschäftsführung von ThyssenKrupp. So etwa bei einem Treffen am Rande des IG Metall-Gewerkschaftstages im Oktober. Das ThyssenKrupp-Management konnte dabei zwar nicht dazu gebracht werden, ein Fairness-Abkommen zu unterzeichnen. Allerdings verpflichtete sich die Arbeitgeberseite schriftlich, "weder Zwang noch Einschüchterung" zu betreiben oder die Beschäftigten im Vorfeld der Abstimmung zu bedrohen. Der "faire und ehrliche Umgang" mit den Arbeitnehmervertretungen seien für ThyssenKrupp "Selbstverständlichkeiten", heißt es in einem Brief des Managements an die Niederlassung in Alabama.

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