Karl-Heinz Janzen im Alter von 90 Jahren gestorben
Entschiedener Kämpfer für den Sozialstaat
Das ehemalige geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Karl-Heinz Janzen, ist am 12. März im Alter von 90 gestorben. Janzen wurde 1986 zum Zweiten Vorsitzenden der IG Metall gewählt. Schwerpunkt seiner Arbeit war es, den technischen Wandel für und mit den Beschäftigten zu gestalten.
Karl-Heinz Janzen gehörte zu den Kriegskindern, die die Herrschaft der Nationalsozialisten im Ruhrgebiet erlebte. Der gelernte Modellschreiner trat 1949 in die IG Metall ein. Ab dann prägte die Gewerkschaft sein Leben: Er war Vertrauensmann, Gewerkschaftssekretär und Erster Bevollmächtigter der Geschäftsstelle Gummersbach.
1972 wählte ihn der Gewerkschaftstag zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied der IG Metall. Die Verteidigung des Sozialstaats lag ihm am Herzen. 1986 wurde er zum Zweiten Vorsitzenden der IG Metall gewählt. Damals ging es wie heute um die Frage, wie der Einzug von Automatisierung und Kommunikationstechnologien Arbeitsplätze verändert oder ob sie dadurch sogar vernichtet werden. Damals waren es die Roboter, heute ist es die digitale Vernetzung. Die technischen Möglichkeiten haben sich geändert, aber damals wie heute geht es um gute Arbeit und gutes Leben.
Im Ringen um die Gestaltung des Sozialstaats war Karl-Heinz Janzen die einheitliche Krankenversicherung ein wichtiges Anliegen. Mit gleicher Leidenschaft setzte er sich gegen Eingriffe in das Streikrecht ein. Mit ihm verlieren wir einen Kollegen, der sich sein Leben lang für den sozialen und technischen Fortschritt unseres Landes engagiert hat und die besten Tugenden der deutschen Arbeiterbewegung verkörperte. Wir werden unserem Kollegen ein ehrendes Andenken bewahren.
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