Der IG Metall-Vorsitzende macht keinen Hehl daraus, was er von den Manipulationen an den Diesel-Fahrzeugen hält: „Die Automobilindustrie hat den Diesel durch Betrug und Kundentäuschung diskreditiert.“ Doch das dürfe jetzt nicht dazu führen, dass sowohl das Klima als auch die Verbraucher und die Beschäftigten unter den Folgen leiden. „Kurzfristige Fahrverbote lösen aber genau das aus“, warnt Jörg Hofmann. „Der CO2-Ausstoß würde steigen, wenn Diesel durch Benzin ersetzt würde, die Verbraucher würden kalt enteignet, da der Restwert ihrer Fahrzeuge leidet und die Jobs tausender Beschäftigter, die für diesen Skandal nicht verantwortlich sind, wären gefährdet.“
Lösungen mit Vernunft
Daher fordert die IG Metall Rationalität in der Diskussion, echte Lösungen für die Ballungsräume und transparente und taugliche Wege zur Elektromobilität. Hofmann verweist darauf, dass die IG Metall schon lange fordert, eine blaue Plakette einzuführen. Sie würde es ermöglichen, dass in bestimmten Zonen nur schadstoffarme PKW fahren dürfen. Die Blaue Plakette muss aus IG Metall-Sicht ein Teil einer Strategie zur Mobilitätswende sein.
Moderne Mobilität gestalten
Hofmann kritisiert, dass die Bundesregierung bisher noch keinen Plan für den Umstieg auf eine zukunftsorientierte, umweltfreundliche Mobilität hat, die zugleich Arbeitsplätze sichert und attraktive neue schafft. „Eine solche Strategie werden wir von der nächsten Bundesregierung einfordern.“ Hofmann hat sich für einen Diesel-Gipfel ausgesprochen, in dem die Wege dorthin geebnet werden. Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks setzt sich dafür ein. Am 2. August wollen sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Ministerin Hendricks (SPD) mit Landespolitiken und Vertretern der Autoindustrie zu einer ersten Diesel-Konferenz treffen.
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