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Textil und Bekleidung: IG Metall macht Druck für Demografie-Tarifvertrag

Textil und Bekleidung: IG Metall macht Druck für Demografie-Tarifvertrag

Textiler lassen sich nicht abbügeln

04.07.2013 Ι Rund 150 Textiler sind am Mittwochmittag vor die Bekleidungsfirma Bugatti in Herford gezogen. Dort tagte der Arbeitgeberverbund von Textil+Mode. Mit der Protestaktion machte die IG Metall Druck auf die Textil-Arbeitgeber, endlich mit ihr über einen Tarifvertrag zu verhandeln, der die unbefristete Übernahme sowie die Altersteilzeit regelt.
"Die Arbeitgeber tun so, als wäre die Welt in ihren Betrieben in Ordnung. Ist sie aber nicht", sagte Michael Jung vom Vorstand der IG Metall. Am Mittwochmittag hatten sich in Herford rund 150 Textil-Beschäftigte mit Pfeifen und Klappern vor der Firmenzentrale von Bugatti versammelt, um ihre Chefs an den zugesagten Demografie-Tarifvertrag zu erinnern. Denn über einen solchen wollten die Arbeitgeber der Textil- und Bekleidungsbranche eigentlich mit der IG Metall verhandeln. 

Den demografischen Wandel anpacken. Textiler protestieren vor der Firma Bugatti in Herford. Foto: IG Metall


Schluss mit Hinhaltetaktik

Bereits seit mehreren Jahren versucht die IG Metall, mit den Textil-Unternehmen Demografie-Tarifverträge zu vereinbaren. Mit den Verträgen will die IG Metall erreichen, dass die Betriebe den demografischen Wandel besser bewältigen können. In Expertengruppen haben sich die Tarifpartner intensiv mit den Themen Altersteilzeit, alternsgerechte Arbeitsplätze, Gesundheitsförderung, Aus- und Weiterbildung sowie Übernahme der Ausgebildeten befasst. Leider bisher ohne Erfolg.

Mit Übernahme-Tarifvertrag zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Foto: IG Metall


Immer, wenn die IG Metall Nägel mit Köpfen machen will, weichen die Arbeitgeber aus und verschieben die Verhandlungen. Die IG Metall ist diese zermürbende Hinhaltetaktik leid und will jetzt endlich tariflichen Klartext sehen zu Altersteilzeit, Übernahme und Belastungsabbau. "Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug und müssen sich bewegen - hin zu fairen Lösungen", erklärte Michael Jung in Herford. Die Branche sei überaltert und hat Nachwuchsprobleme. Altersteilzeit und unbefristete Übernahme zu ermöglichen, Ältere zu entlasten - das sei doch leicht per Tarifvertrag umzusetzen.

Staffelübergabe per Tarifvertrag

Von den Demografie-Tarifverträgen profitierten alle Generationen. Die Jüngeren, weil sie in die Betriebe reinkommen und die Älteren, weil sie zu anständigen Bedingungen gehen können, wenn die Kraft nachlässt.

Auch die Renten-Ente war in Herford dabei. Foto: IG Metall


Ohne qualifizierten und motivierten Nachwuchs ist die Zukunft für die Textilbranche nicht denkbar. Deshalb will die IG Metall auch die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten tariflich durchsetzen. Zudem ist ein Belastungsabbau in den Betrieben notwendig, damit Beschäftigte dauerhaft entlastet und Arbeitsplätze alternsgerechter gestaltet werden.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

Mit Tarifvertrag geht's gerechter zu:

beim Entgelt, beim Urlaub, bei der Arbeitszeit - und es gibt Rechtsschutz. Aber: Nur Mitglieder haben einen Anspruch darauf.

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