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Tarifrunden 2013

Tarifrunden 2013

Höhere Löhne stützen die Wirtschaft

21.01.2013 Ι Die IG Metall verhandelt in den nächsten Monaten über mehr Geld für mehr als vier Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Was soll sie fordern in einer Zeit, in der sich Europa in einer schweren Krise befindet und in der unklar ist, wie sich die Wirtschaft entwickelt?

Wie stark die Löhne und Gehälter steigen können, hängt davon ab, wie sich die wirtschaftliche Lage in den Betrieben entwickelt. Prognosen sind immer eine unsichere Sache. Zurzeit  gehen alle Forscher davon aus, dass die deutsche Wirtschaft sich nach einem flauen Winter ab Frühjahr wieder berappelt, wenn auch nicht viel. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Inlandsnachfrage, das heißt: der private Konsum.


Bremsklotz Sparpolitik

Ein Bremsklotz für die Wirtschaft ist die Krise in Europa. Unter ihr haben vor allem die Menschen in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal zu leiden. Im Süden werden immer mehr Männer und Frauen arbeitslos oder verdienen weniger Geld. Alten werden die Renten gekürzt und es breitet sich Armut aus. Vielen fehlt Geld für das Nötigste und erst recht für höherwertige Produkte, zum Beispiel Autos. Damit brechen der deutschen Wirtschaft wichtige Märkte weg. Bisher wurden 40 Prozent aller Waren, die Deutschland exportiert hat, in EU-Länder verkauft.

Die Sparpolitik, die die Regierungen den Krisenländern diktiert haben, verschärfen bei ihnen die Krise und sorgen dafür, dass ihre Volkswirtschaften noch mehr schrumpfen. Das hat gerade auch Olivier Blanchard, der Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), eingeräumt. Der IWF gehörte zu den Institutionen, die den Ländern die harten Auflagen aufgezwungen hatten.


China als Retter

Im Vergleich zu den südeuropäischen Ländern ist Deutschland bisher ganz gut weggekommen. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamts wuchs das Bruttoinlandsprodukt 2012 um 0,7 Prozent. Auch für dieses Jahr erwarten die Experten ein Plus, allerdings höchstens von etwa einem Prozent. Was die deutsche Wirtschaft vor dem Absturz rettet, sind die Ausfuhren in sogenannte Schwellenländer, wie Brasilien, Russland und vor allem China. Sie haben einen Teil der Verluste in Europa wieder ausgeglichen. Und sie werden das auch in diesem Jahr tun. Nach Prognosen des IWF steigen die Ausfuhren in diese Länder 2013 um 5,6 Prozent. Auch die USA könnte für die deutschen Hersteller als Abnehmerland eine wichtige Rolle spielen: Das IWF erwarten eine Zunahme der Exporte um 2,1 Prozent - wenn die Haushaltsprobleme des US-Staates keinen Strich durch die Rechnung machen.


Privater Konsum als Stütze

Wenn die Lage in Europa und auf den globalen Märkten unsicherer wird oder sich verschlechtert, spielt die Nachfrage im Inland eine immer wichtigere Rolle, vor allem der private Konsum. Schon im vergangenen Jahr hatte er zu 60 Prozent zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Dieses Jahr soll das nicht anders aussehen, sagen die Ökonomen. 2012 halfen die relativ hohen Tarifabschlüsse, die Konsumnachfrage zu beleben. Vor allem aber auch die stabile Beschäftigungssituation. Denn trotz aller wirtschaftlichen Unsicherheiten stieg die Zahl der Arbeitsplätze auf ein Rekordniveau von 41,5 Millionen. Es waren 300 000 Menschen mehr in Arbeit als 2011. Allein in der Metall- und Elektroindustrie nahm die Zahl der Beschäftigten von rund 3,6 auf über 3,7 Millionen zu. Dass viele Bürger ihre Arbeitsplätze als sicher empfanden, schuf bei ihnen Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft. Und darum waren sie bereit, ihr Geld auszugeben, statt es für unsichere Zeiten auf die hohe Kante zu legen.


Lage sehr unterschiedlich

Eine Crux in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist, dass sich die Unternehmen sehr unterschiedlich entwickeln. Das gilt nicht nur für verschiedene Branchen, sondern auch innerhalb der einzelnen Branchen. So stehen in der Autoindustrie die Hersteller von Premiumfahrzeugen gut da. Hersteller, die bisher vor allem Klein- und Mittelklassewagen nach Südeuropa geliefert haben, leiden dagegen unter Auftragsmangel. Ähnlich sieht es in der Stahlindustrie aus. Während eine Reihe von Stahlwerken voll ausgelastet ist, gibt es in anderen Betrieben Kurzarbeit.


Schwierige Tarifpolitik

Das alles macht die anstehenden Tarifrunden schwierig. Die Tarifabschlüsse müssen die unterschiedliche Lage der einzelnen Betriebe und die Schwankungen in den Volkswirtschaften - global und in Europa - berücksichtigen. Andererseits spielt die Lohnpolitik eine wichtige Rolle, damit die Menschen weiter Geld ausgeben können,  damit die Inlandsnachfrage stärken und dazu beitragen, die gesamte Wirtschaft  zu stabilisieren.

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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