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Tarifrunde Volkswagen: Start Januar 2015

Tarifrunde Volkswagen: Verhandlungen gestartet

VW-Management lässt Angebot missen

04.02.2015 Ι Ohne Ergebnis endete in Hannover die erste Verhandlung für die rund 115 000 Beschäftigten von Volkswagen und der Financial Services. Die IG Metall fordert für die VWler ein Plus von 5,5 Prozent für zwölf Monate, mehr Ausbildungsplätze sowie Gespräche über einen "Zukunftsplan Gute Arbeit". Ein eigenes Angebot ließ das Management des größten europäischen Autobauers missen.
Parallel zur Metall-Tarifrunde sind jetzt auch bei Volkswagen die Tarifverhandlungen gestartet. Neben einem Einkommensplus von 5,5 Prozent für zwölf Monate strebt die IG Metall an, die Zahl der Ausbildungsplätze bei VW auf 1400 zu erhöhen. Zudem will sie einen "Zukunftsplan Gute Arbeit" initiieren, um den Autokonzern für die Herausforderungen des demografischen Wandels zu wappnen.

Die Altersteilzeit ist im Gegensatz zum Forderungspaket für die Metall- und Elektroindustrie bei der VW-Tarifrunde kein Thema. Der Tarifvertrag zur Altersteilzeit läuft bei Volkswagen erst Ende 2016 aus. Auch das Thema Bildungsteilzeit steht dort nicht an, da es bei Volkswagen eine Vielzahl von Qualifizierungsmaßnahmen gibt, die systematisch mit dem Betriebsrat beraten und abgestimmt werden.

Hartmut Meine, IG Metall-Verhandlungsführer und Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zeigte sich heute in Hannover über das Verhalten von Volkswagen verärgert: "Die Chance sich von den Arbeitgebern in der Fläche abzuheben und frühzeitig in konstruktive Verhandlungen einzutreten, hat das Unternehmen klar verpasst. Ich erwarte, dass sich das in der zweiten Verhandlung ändert. Um die Tarifverhandlungen zügig zum Ergebnis zu führen, muss jetzt ein Angebot von Volkswagen auf den Tisch."

Mehr Auszubildende sichern Fachkräftebasis für morgen

Die IG Metall rechnet mit harten Verhandlungen. Bereits Mitte November letzten Jahres hatten sich die VW-Vertrauensleute auf einer Konferenz in Braunschweig auf die Tarifrunde eingestimmt. In der Debatte waren sich die Metallerinnen und Metaller von VW einig: Die angestrebte höhere Anzahl der Ausbildungsplätze auf 1400 bietet nicht nur weiteren Jugendlichen eine Chance auf einen hochwertigen Ausbildungsplatz - auch das Unternehmen profitiert davon. Mehr Auszubildende sichern die Fachkräftebasis für morgen, die das Unternehmen für seine Zukunftsaufgaben braucht.

Den demografischen Wandel gestalten - darum geht es der IG Metall beim "Zukunftsplan Gute Arbeit". Dabei will sie vor allem den Gesundheitsschutz verbessern, alternsgerechte Arbeitsplätze gestalten und die betriebliche Altersversorgung ausbauen. Weiterhin geht es um die Frage, wie VW-Beschäftigte Arbeit und Privatleben besser miteinander vereinbaren können - nämlich, wenn sie zum Beispiel Angehörige pflegen müssen oder Kinder zu betreuen sind. Zudem will die IG Metall mit Volkswagen über innovative Ausbildungs- und Qualifizierungsstrategien beraten wie etwa im Rahmen der E-Mobilität, um auf den Wandel in der Arbeitswelt besser reagieren zu können.

Die zweite Tarifverhandlung bei VW ist am 12. Februar wieder in Hannover.

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