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Zweite Verhandlungsrunde um einen Tarifvertrag Demografie
Genug geredet – Textiler wollen einen Abschluss

Drinnen wurde verhandelt, draußen protestierten rund 300 Textiler lautstark für einen Tarifvertrag Demografie. Dennoch zeichnete sich am 28. Oktober auch nach stundenlangen Verhandlungen keine Einigung zwischen IG Metall und Textilarbeitgebern ab. Am 11. November sollen die Verhandlungen ...


... weitergehen.

„Wir fordern mit Nachdruck einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit“, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung vor mehr als 300 Textilbeschäftigten, die vor das Ingolstädter ARA-Hotel gezogen waren, wo die Verhandlungen stattfanden. Von einem solchen Tarifvertrag würden alle Generationen profitieren: „Die Jüngeren, weil sie in die Betriebe reinkommen, und die Älteren, weil sie zu anständigen Bedingungen gehen können, wenn ihre Kräfte nachlassen“, so Jung.
 

 

 

 

Vorschläge der Arbeitgeber unakzeptabel

Doch davon wollten die Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde nichts wissen. Sie legten eigene Vorschläge vor. Altersteilzeit soll nur freiwillig durch Betriebsvereinbarungen möglich sein und überdies von den Beschäftigten durch eigene Beiträge finanziert werden. Das würde bedeuten: Verzicht auf Urlaubsgeld und Jahressonderzahlungen sowie längere Arbeitszeiten. Für die IG Metall ist das unannehmbar. Sie fordert einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit, alternsgerechte Arbeitsplätze, Gesundheitsförderung, Aus- und Weiterbildung und die Übernahme der Auszubildenden.

Die Textilarbeitgeber wollen jedoch offensichtlich nichts in die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen investieren. Ihre Vorschläge hätten eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zur Folge: Sie wollen die Auszubildenden nur befristet für sechs Monate übernehmen. Ausgeweitet werden soll hingegen die Möglichkeit, Arbeitnehmer sachgrundlos befristet anzustellen und zwar auf 48 Monate. Zudem sollen diese befristeten Verträge noch sechs Mal verlängert werden können.

 

 



Den momentanen Tarifverhandlungen sind jahrelange Gespräche voraus gegangen. Ende 2009 war der Tarifvertrag zur Altersteilzeit ausgelaufen. Seither erarbeitete eine Expertenkommission, der auch Vertreter der Unternehmensseite angehören, Vorschläge. Die IG Metall steht zu diesen Lösungen. IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung ist verärgert. dass die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge nun plötzlich von den Arbeitgebern abgelehnt werden. „Offenbar haben die Arbeitgeber ihre eigenen Lösungsvorschläge vergessen“, wettert er. „Was sie im Moment fordern, läuft nicht auf eine Verbesserung, sondern auf eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen hinaus“, stellte er fest. Um die Branche für den demografischen Wandel fit zu machen, müssen die Arbeitsbedingungen verbessert und die Attraktivität der Branche erhöht werden – besonders für junge Menschen. „Mit einem Tarifvertrag Demografie sollen Beschäftigte entlastet und Arbeitsplätze altersgerechter gestaltet werden,“ sagte Jung.

„Wir haben genug geredet, wir wollen endlich den Abschluss“, sagt Erich Seehars, IG Metall Ingolstadt. Er verweist darauf, dass es bereits für die Textiler im Osten einen Tarifvertrag Demografie gibt. „Wir wollen nicht mehr und nicht weniger als unsere Kollegen im Osten“, so Seehars.

Die Verhandlungen wurden am Abend ergebnislos abgebrochen. Am 11. November geht es weiter. Die Zeichen stehen jetzt auf Warnstreiks. Nur so kann ein Ergebnis möglich werden.

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