Die Beschäftigten in bayerischen Autohäusern und Werkstätten bekommen in zwei Schritten mehr Geld: Das Tarifergebnis sieht ein Plus von 2,8 Prozent zum 1. Juli diesen Jahres vor und weitere 2,8 Prozent im August 2014. Vorausgegangen waren Warnstreiks, an denen sich über 2000 Kfz-Handwerker ...
Am späten Mittwochabend einigten sich IG Metall und Arbeitgeber in der dritten Runde in München auf ein Tarifergebnis für das bayerische Kfz-Gewerbe. Der Abschluss beschert den rund 112 000 Kfz-Handwerkern im Freistaat 2,8 Prozent mehr Geld ab Juli 2013 und weitere 2,8 Prozent ab August 2014.
Deutliches Plus für Auszubildende
Die 16 000 Auszubildenden der Branche erhalten ebenfalls zweimal mehr Geld. Und zwar jeweils ein Plus von 15 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 25 Euro im zweiten bis vierten Ausbildungsjahr.
Die Laufzeit des Tarifvertrages beginnt am 1. Mai 2013 und endet am 30. April 2015. Die Tarifkommission der IG Metall hat dem Ergebnis bereits einstimmig zugestimmt.
Mit Warnstreiks zum Abschluss: Auch die Kfz-Handwerker in Würzburg waren dabei. Foto: IG Metall Bayern
IG Metall-Verhandlungsführer Josef Brunner zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Trotz der momentan etwas durchwachsenen Branchensituation konnten wir ein Abkoppeln des Kfz-Handwerks von der allgemeinen Einkommensentwicklung verhindern.“ Die Arbeitnehmer im Kfz-Branche erhielten einen realen Lohnzuwachs. Besonders erfreulich ist für Brunner, dass die IG Metall für die Auszubildenden ein überproportionales Plus aushandeln konnte. „Das hilft nicht nur unseren Auszubildenden, sondern macht auch das Kfz-Gewerbe attraktiv für zukünftige Bewerber.“
Warnstreikende machten Abschluss möglich
Der Kfz-Tarifabschluss in Bayern war nur möglich, weil die Beschäftigten sich mit Warnstreiks dafür stark gemacht haben. In München, Augsburg, Ingolstadt, Schweinfurt, Regensburg und Würzburg hatten in der vergangenen Woche insgesamt über 2000 Handwerker in Autohäusern und Werkstätten ihre Arbeit niedergelegt. Das Warnstreiksignal hatte die Arbeitgeber offensichtlich erreicht. Noch in der zweiten Runde zuvor hatten sie ein Angebot präsentiert, dass ein Lohnverzicht für die Beschäftigten bedeutet hätte.
Heute verhandelt die IG Metall in Leipzig mit den Kfz-Arbeitgebern für die Handwerksbeschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen. Auch dort strebt die IG Metall einen Tarifabschluss an.
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