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Stellenabbau bei Alcan/Constellium in Singen

"Voll daneben"

10.05.2011 Ι Auf der Betriebsversammlung beim Aluminiumhersteller Constellium, vormals Alcan, gab es Zunder für die Geschäftsleitung. Seitdem bekannt ist, dass 170 von 1600 Stellen abgebaut werden sollen, ist die Stimmung im Keller. Besonders dreist: Der Angriff auf den geltenden Tarifvertrag.

Der Singener IG Metall-Bevollmächtigte Paul Rodenfels bezeichnete die Abbaupläne bei Constellium, ehemals Alcan, als "voll daneben". Hier seien typische Finanzinvestoren am Werk, die nur am kurzfristigen Profit interessiert seien. Der US-Finanzinvestor Apollo hatte Anfang des Jahres die Alcan-Gruppe mit 24 Werken von Rio Tinto übernommen. Das größte Werk ist in Singen im Kreis Konstanz.

Management will Arbeitszeit verlängern
Bei Constellium, so der neue Name für das Traditionswerk in Singen, wurde Ende April angekündigt, rund 170 der 1600 Stellen streichen zu wollen.  Außerdem soll die Arbeitszeit schrittweise um zehn Prozent von 35 auf 38,5 Stunden angehoben werden. Nur so sei das Werk konkurrenzfähig, behauptet das Management.

Die Arbeitnehmer argwöhnen, dass die Werksleitung damit die geplante Anschaffung einer neuen Presse für elf Millionen Euro finanzieren will. Rodenfels kündigte einen außerordentliche Aufsichtsratssitzung für den 16. Mai an. Die IG Metall und der Betriebsrat stellten klar, dass an den tarifvertaglichen Regelungen nicht zu rütteln sei. "Dafür gibt es auch gar keinen Grund", sagte Rodenfels. "Dem Betrieb geht es wirtschaftlich gut."

Es geht um schnellen Profit
Die Abbaupläne des Managements seien auf einen schnellen Profit zugeschnitten, kritisierte Rodenfels. Die IG Metall und der Betriebsrat fordern dagegen ein langfristiges Unternehmenskonzept mit zukunftsträchtigen Investitionen. "Da braucht es mehr als eine neue Presse in einem alten Werk", sagte Rodenfels. Am 1. Mai hatten in Singen 3000 Menschen für das Alluminiumwerk demonstriert. Die Pläne bei Alcan/Constellium hatten auch bei Politikern aus der Region für Empörung gesorgt.

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