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Position der IG Metall zur Ökostromförderung. Foto: Thinksstock, V. Schlichting

Position der IG Metall zur Ökostromförderung

Für eine umweltverträgliche Energieversorgung

04.02.2014 Ι Grüner Strom aus der Steckdose. Und zwar aus möglichst vielen und möglichst bald. Das ist das Ziel. Doch die Energiewende ist ein Prozess, der Ausdauer und Einsicht in die Notwendigkeit von Kompromissen erfordert. Die Energie der Zukunft muss umweltfreundlich, verlässlich und finanzierbar sein - das fordert die IG Metall.

Die Energiewende muss ein Erfolg werden. Zum einen, weil sie fürs Klima und die Umwelt unverzichtbar ist. Zum anderen, weil sie der Wirtschaft enorme Zukunftschancen auf den globalen Märkten eröffnet, Arbeit sichert und neue Jobs schafft. Das ist die Überzeugung der IG Metall. Darum hat sie die Energiewende von Anfang an unterstützt.

 

Klar ist, die Energiewende gibt es nicht umsonst. Der Wettbewerb um Produktionsanteile in den Erneuerbaren Energiequellen ist hart. In der einst boomenden Solarbranche geht die Produktion zurück. Damit die Windkraft nicht den gleichen Kurs einschlägt, fordert die IG Metall Sicherheit für die Beschäftigten und die Unternehmen. Bislang wird die Erzeugung von Ökostrom subventioniert.

 

Mit dem Argument, die Kosten für die Verbraucher senken zu wollen, will Umweltminister Gabriel die Förderung von Ökostrom deckeln. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch über die Rabatte für viele Industrieunternehmen bei der EEG-Umlage. Doch auch die Industrie leistet einen finanziellen Beitrag. Und Industriebetriebe, bei denen Energiekosten massiv zu Buche schlagen und die zugleich in einem starken internationalen Wettbewerb stehen, müssen entlastet werden. Denn die Industriestrompreise sind hierzulande erheblich höher als in vielen anderen Ländern innerhalb und außerhalb der EU. Wichtig ist, dass die Erleichterungen da ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden. Die IG Metall fordert, dass die Kosten gerecht zwischen Wirtschaft und Verbrauchern verteilt werden.

 

Windkraft - wichtige Stütze der Energiewende

Eine der wichtigsten Säulen bei der Energiewende ist die Windenergie. Die Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee könnten einen Großteil der künftigen Stromversorgung beisteuern und Deutschland unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. Tausende neuer Arbeitsplätze bei Windanlagenherstellern, Zulieferern, Werften und in der Wartung könnten entstehen. Soweit die Theorie. Doch von den 18 000 Arbeitsplätzen, die allein in der metallverarbeitenden Wirtschaft in den letzten Jahren geschaffen wurden, sind 2000 Arbeitsplätze im vergangenen Jahr wieder verloren gegangen und 1000 Jobs akut bedroht. Die IG Metall fordert daher sichere Rahmenbedingungen für Investitionen und eine Verlängerung der Kurzarbeit. Beides sollte eigentlich selbstverständlich sein, erklärt Meinhard Geiken, IG Metall-Bezirksleiter Küste. "Ohne die Nutzung der Windkraft an Land und ohne Offshore-Windparks auf dem Meer kann die Energiewende in Deutschland nicht gelingen".

 

Geiken kritisiert die geplante Kürzung der Vergütung für Windenergie auf See in den Jahren 2018 und 2019 um jeweils 1 Cent je Kilowattstunde. Dem einzelnen Verbraucher bringe diese Kürzung kaum etwas. Doch sie sorge dagegen für Verunsicherung bei den Investoren in Offshore-Anlagen. Bislang liegt Deutschland technologisch hier vorne. Wenn jedoch die Investitionen für die zweite Ausbaustufe der Offshore-Anlagen ausbleiben, schmilzt dieser Vorsprung und ausländische Hersteller stoßen in die Lücke. Dann könnten die Folgen ähnlich dramatisch sein wie bei der Solarindustrie. Die IG Metall fordert daher Planungssicherheit für die Unternehmen und die Investoren, damit bei den Offshore-Firmen wieder Aufträge reinkommen, die diese dringend brauchen.


Strom aus erneuerbaren Energien muss da erzeugt werden, wo er am günstigsten gewonnen und sicher weitergeleitet werden kann. Im Norden bieten sich durch die Nutzung der Windkraft hier die größten Potenziale. Doch klar ist auch: Die Windkraft kann nicht ewig subventioniert werden. Die Kosten der Ökostrom-Umlage müssen gesenkt werden, um die Akzeptanz der Menschen für die Energiewende zu erhalten. "Die Kürzungen, die das novellierte EEG vorsehen wird, dürfen aber nicht dazu führen, volkswirtschaftlich sinnvolle Investitionen in die Windkraft abzuwürgen. Die Energiewende ist kein Selbstzweck. Wir dürfen nicht vergessen: Wir wollen heraus aus der Atomkraft und perspektivisch auch aus dem Betrieb von Kohlekraftwerken", so  Geiken.

 

Angst um die Jobs bei Solar

Auch viele Beschäftigte in der Photovoltaik bangen um ihren Job. Denn die Solarindustrie ist in der Krise. 2013 sind tausende Arbeitsplätze in der Branche weggefallen. Im November waren gerade noch etwa 4800 Menschen dort beschäftigt. Besonders die Preiskonkurrenz aus Asien macht der Solarbranche zu schaffen. Nachdem die EU Ende letzten Jahres Schutzzölle gegen chinesische Solarmodule verhängt hat, gibt es Hoffnung, dass das Preisdumping gestoppt werden kann und die deutschen Solarfirmen sich wirtschaftlich wieder erholen können.

 

Anstelle des Hick-Hacks um die Energiepolitik brauchen wir endlich einen Energiefrieden, der die Weichen für eine umweltverträgliche und planbare Stromversorgung stellt. Die Energie der Zukunft muss zudem verlässlich und finanzierbar sein. Und sie muss die Industrie in Deutschland stärken. Solar- und Windenergie sind die Stützpfeiler der künftigen Stromerzeugung. Ein zügiger Ausbau der Anlagen ist notwendig. Der erzeugte Strom sollte vorrangig ins Netz eingespeist werden. Dazu müssen die Stromnetze schneller angepasst werden. Aufgabe der Bundesregierung ist es, dafür die notwendigen Investitionen zu tätigen und sich auf europäischer Ebene für ein grenzüberschreitendes Stromnetz einzusetzen.

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