Jeder dritte Betrieb hat während der Wirtschaftskrise Arbeitszeitkonten genutzt, um Jobs zu sichern. Das hat eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben. Die Arbeitsmarktforscher stellen fest: Insbesondere Kurzarbeit und der Abbau von ...
... Arbeitszeitguthaben haben im Krisenjahr 2009 dafür gesorgt, dass die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer insgesamt stabil blieb.
Um Beschäftigung in der Krise zu sichern, haben Betriebe neben der Kurzarbeit vor allem die Flexibiltät von Arbeitszeitkonten genutzt. Jedes dritte Unternehmen hat laut Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) während der Krise Guthaben auf den Arbeitszeitkonten ab- oder Zeitschulden aufgebaut, um Arbeitsplätze zu erhalten.
Sinnvolle Kombination hat Beschäftigung gesichert Nach Auffassung der IG Metall ist es gerade die sinnvolle Kombination aus betrieblichen Instrumenten wie den Arbeitszeitkonten sowie tarif- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gewesen, die das Know-How der Beschäftigten und somit die Innovationsfähigkeit in den Betrieben gesichert hat. Aber auch die auf Initiative der IG Metall ausgeweitete Kurzarbeit und Abwrackprämie für Altautos sowie flexible Tarifabschlüsse und betriebliche Vereinbarungen wie beispielsweise in der Metall- und Elektrobranche haben ebenfalls dazu beigetragen, Beschäftigung zu sichern.
Zeitguthaben um rund 45 Stunden abgebaut Die Zeitguthaben der Beschäftigten reduzierten sich laut IAB-Studie bis zum dritten Quartal 2009 im Durchschnitt von rund 72 auf 27 Stunden. In jedem vierten krisenbetroffenen Betrieb waren bis zu diesem Zeitpunkt die Plusstunden aufgebraucht und in fünf Prozent der betroffenen Betriebe Minusstunden aufgebaut. Damit haben Unternehmen seit Juli 2008 bis zum dritten Quartal 2009 pro Arbeitnehmer rund 45 Stunden abgebaut.
Effektives Instrument in der Krise Eine weitere Erkenntnis der Wissenschafler: Größere Betriebe nutzten weitaus häufiger die Flexibilität der Arbeitszeitkonten als kleinere Unternehmen. Mit dieser Flexibilität konnten die Betriebe ihre Reaktionszeit im Krisenfall verkürzen und dazu nutzen, Jobs zu sichern. Bei anziehender Konjunktur seien sie zudem in der Lage gewesen, den Auslastungsgrad und die Produktivität schnell zu steigern, so IAB-Forscherin Ines Zapf. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass der Abbau der Guthaben auf den Arbeitszeitkonten und damit der Rückgang der gesamten Arbeitszeit geholfen haben, trotz der schweren Wirtschaftskrise einen Beschäftigungseinbruch zu verhindern.
Das IAB verweist jedoch darauf, dass Arbeitszeitkonten vor allem die sogenannten „Insider“ des Betriebs – die Beschäftigten – schützten, was zulasten der „Outsider“ am Arbeitsmarkt – den Arbeitssuchenden – gehen könnte, da im Falle eines Aufschwungs weniger offene Stellen neu zu besetzen seien.
Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind notwendig, weitere hilfreiche Cookies sorgen dafür, diese Website und Ihre Nutzererfahrung zu verbessern.
Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies. Sie können Ihre Einwilligung zu ganzen Kategorien geben oder weitere Informationen anzeigen lassen und so nur bestimmte Cookies auswählen.