Das Versorgungswerk feiert seinen zehnten Geburtstag. Als gemeinsame Einrichtung der Tarifpartner Gesamtmetall und IG Metall bietet MetallRente Beschäftigten und Betrieben tarifvertragskonforme Produkte für die Altersvorsorge an.
Die Gründung erfolgte vor dem Hintergrund der mit der Rentenreform 2001 beschlossenen Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus und der gleichzeitigen Stärkung und Förderung der kapitalgedeckten zweiten und dritten Säule der Altersversorgung. Die paritätische Finanzierung des Sozialversicherungssystems in Deutschland wurde damit erstmals aufgegeben und die zusätzliche Altersversorgung in die Verantwortung jedes Einzelnen gelegt. Gleichzeitig wurden von der damaligen Bundesregierung Anreize für die Altersvorsorge geschaffen.
Für die IG Metall steht der Auf- und Ausbau eines ausreichenden Altersvorsorgevermögens an exponierter Stelle ihrer tarifpolitischen Bemühungen. Seit 2002, dem Start der Reform, trugen die Überlegungen der IG Metall dieser Entwicklung Rechnung. Der gesetzliche Tarifvorbehalt, auf den die DGB-Gewerkschaften bei der Rentenreform 2001 gedrungen haben, hat es ermöglicht, Einfluss auf die Ausgestaltung der künftigen zusätzlichen Altersversorgung zu nehmen. In Kooperation zwischen den Tarifvertragsparteien entstand das gemeinsame Versorgungswerk daher mit dem Ziel, den Beschäftigten ein Angebot zu unterbreiten, mit dem sie ihren tarifvertraglichen und gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung bestmöglich nutzen können.
So schlossen die Tarifvertragsparteien 2001 einen Tarifvertrag zur Entgeltumwandlung ab, der vorsieht, dass Arbeitnehmer Teile ihres Einkommens in eine betriebliche Altersversorgung umwandeln können. Seit 2006 gibt es zudem den Tarifvertrag über altersvorsorgewirksame Leistungen (AVWL). Er beinhaltet die Nutzung der bisherigen vermögenswirksamen Leistungen für die Altersvorsorge.
Größtes Branchenversorgungswerk in Deutschland
Die Zahl der über MetallRente Versicherten weist seit Jahren hohe Zuwachsraten auf. Ende 2011 wird in 20 000 Betrieben MetallRente angeboten. Dies nehmen etwa 400 000 Beschäftigte wahr. Seit 2002 wurden über zwei Milliarden Euro Beiträge zur Entgeltumwandlung in die MetallRente gezahlt. MetallRente ist heute nicht nur das größte Branchenversorgungswerk in Deutschland, sondern setze auch qualitativ den Maßstab bei der betrieblichen Altersvorsorge. Das Vorsorgewerk wurde mehrfach international ausgezeichnet und steht auch Unternehmen und Beschäftigten aus der Stahl-, Textil-, Bekleidung-, Holz- und Kunststoffindustrie offen. Außerdem gibt es attraktive Gruppentarife für Unternehmen und die Übertragung bei einem Arbeitsplatzwechsel ist einfach. Das ist besonders für Auszubildende und Berufsanfänger wichtig.
Die nächsten Schritte
Trotz der guten tarifvertraglichen Angebote und Anreize durch Steuer- und Sozialabgabenfreiheit sowie Riesterförderung deutet vieles darauf hin, dass sehr viele Arbeitnehmer nichts für ihre zusätzliche Altersvorsorge tun bzw. nichts tun können. Das trifft gerade Beschäftigte mit geringem Einkommen. Für eine breite Schicht zeichnet sich damit langfristig Altersarmut ab. Umso wichtiger wird die nächste Dekade. Zum 31. Dezember 2012 können mit einer Frist von sechs Monaten die Tarifverträge zur Entgeltumwandlung und AVWL gekündigt werden. Klar ist: Die IG Metall wird sich auch in Zukunft weiter für eine gerechte Rentenpolitik stark machen. Die Mitglieder der IG Metall erwarten aber auch – und das zu Recht –, dass ihre Gewerkschaft sie bei aller Kritik an der Rentenpolitik unterstützt und ihnen Angebote macht, um ihre Rentenlücken zu schließen.
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