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Studie: Werkverträge in der Arbeitswelt
Riskante Werkverträge

Werkverträge stehen hoch im Kurs. Denn sie geben Arbeitgebern ein weiteres Instrument an die Hand, um Belegschaften zu spalten, Arbeitnehmerrechte abzubauen und Entgelte zu drücken. Auch diesen Missbrauch will die IG Metall angehen und die Diskussion darüber anstoßen. Einen ersten fundierten ...


... Beitrag hierzu liefert die Studie der Otto Brenner Stiftung „Werkverträge in der Arbeitswelt“.

Leiharbeit war gestern. Jetzt sind Werkverträge der neue Renner unter den Billiglohn-Modellen, auf die mehr und mehr Unternehmen setzen. Denn nachdem es unter anderem der IG Metall gelungen ist, Leiharbeit stärker zu regulieren, weichen Firmen verstärkt in die Grauzone der Werkvertragsarbeit aus. Selbst Martin Kannegiesser, Präsident von Gesamtmetall, bestätigte vor kurzem ganz offen: „Die Zeitarbeit wird deutlich teurer. Einige werden versuchen, dem über Werkverträge aus dem Weg zu gehen.“ Und das belegt auch die sprunghaft angestiegene Nachfrage nach Werkvertragslösungen bei Leiharbeitsfirmen, die diesen Markt bedienen.

Outsourcing verlagert Know-how

Betroffen sind zum Teil ganze Arbeitsbereiche und zentrale Aufgaben, die Firmen an Werkvertragsunternehmen vergeben. Doch Outsourcing spaltet nicht nur Belegschaften. Diese Strategie ist auch für Betriebe hochriskant: Denn sie verlieren Know-how, das bisher eigene Fachkräfte abdeckten.

Die derzeitigen bekannten Beispiele lassen befürchten, dass „Werkverträge zunehmend strategisch eingesetzt werden, um Mitbestimmungsrechte und tarifliche Regelungen zu umgehen“, meint Andreas Koch, Sozialwissenschaftler am Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen (IAW). Koch ist Autor der Studie „Werkverträge in der Arbeitswelt“ der Otto Brenner Stiftung (OBS) und glaubt, dass „der Gesetzgeber das sicher so nicht vorgesehen hat“.

Verdeckte Leiharbeit

Grundsätzlich sei nichts einzuwenden, wenn sich Unternehmen Leistungen über Werkverträge von anderen Firmen oder Selbstständigen einkaufen. „Problematisch wird es dann, wenn die Beschäftigten des Werkvertragsunternehmens diese Leistungen auf dem Firmengelände des Auftraggebers erbringen und von dessen Personal Anweisungen erhalten“, erklärt der Wissenschaftler. In solchen Fällen handelt es sich um „Scheinwerkverträge“, also um verdeckte Leiharbeit. Und die erfüllen vor allem den Zweck, geltende Gesetze zu umgehen.

Die sich zuspitzende Problematik von Werkverträgen macht eine intensive Diskussion darüber notwendig. Die OBS-Studie liefert dazu einen fundierten Beitrag. Sie gibt einen Überblick über Merkmale und Einsatzbereiche, benennt die Problembereiche und zeigt auf, welche Bedeutung Werkverträge in der heutigen Arbeitswelt haben.

Die IG Metall will sichere und faire Arbeit für alle. Sie hat den Missbrauch von Leiharbeit öffentlich angeklagt und wirkungsvoll reguliert. Jetzt setzt sie sich gemeinsam mit den Beschäftigten in den Werkvertragsunternehmen, den Stammbelegschaften sowie den Betriebsräten dafür ein, den Missbrauch mit Werkverträgen zu verhindern.
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