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Preisverleihung des Otto Brenner Preises 2011
Mut und kritische Loyalität

Die IG Metall fordert eine inhaltliche Neuorientierung der Gemien öffentlich-rechtlichen Medien. „Staatsferner und ein unabhängiger, kritischer Journalismus im öffentlich-rechtlichen Programm sind die Garanten für dessen Glaubwürdigkeit“, sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall ...



... und Verwaltungsratsvorsitzender der Otto Brenner Stiftung, in Berlin. Dort wurde der Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus verliehen.

Im Rahmen einer medienpolitischen Tagung in Berlin wurde am 22. November 2011 der Otto Brenner Preis für kritischen Journalismus verliehen. Den 1. Preis der Otto Brenner Stiftung erhält das Autorenduo Volker ter Haseborg und Lars-Marten Nagel für ihre Berichterstattung über die Wohnungsgesellschaft Gagfah. Die Beiträge der Autoren im „Hamburger Abendblatt“ analysieren, wie ein amerikanischer Hedgefonds aus ehemals staatlichem Immobilienbesitz auf Kosten der Bewohner größtmögliche Profite herausschlägt. „Die Artikelserie ist ein Vorbild für engagierten Journalismus, der aufklären und bewegen will“, begründet die Jury ihre Wahl.


Neuorientierung öffentlich-rechtlicher Medien
Die IG Metall forderte im Rahmen der Veranstaltung, dass die Zusammensetzung der Gremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks überprüft werden solle. Berthold Huber wies darauf hin, dass bis auf wenige Ausnahmen in den Gremien von ARD und ZDF, wichtige Gruppen wie Migranten, Menschen mit Behinderung und einige Religionsgruppen unterrepräsentiert seien. Gleichzeitig habe das öffentlich-rechtliche Fernsehen in vielen Fällen die Jugend verloren.

Zwar räumten einige Intendanten diesen „Generationenabriss“ selbstkritisch ein, doch anstatt darauf angemessen zu reagieren, stehen bei den Gremien häufig parteipolitische Interessen im Vordergrund. Das kritisierte Berthold Huber. Er sagte: „Im Vordergrund müssen Begleitung, Kontrolle und Weiterentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Geiste kritischer Loyalität stehen. Voraussetzung für wirkungsvolle Gremienarbeit ist Fachkompetenz, gute Vorbereitung, Themensicherheit und auch Mut, Fehlentwicklungen als solche klar anzusprechen“.

Weitere Preise
Mit dem 2. Preis wurden die „Spiegel“-Reakteure Jürgen Dahlkamp, Gunther Latsch und Jörg Schmitt ausgezeichnet. Sie hatten in einer Artikelserie über die Affäre bei der HSH Nordbank berichtet. Der 3. Preis ging an Ursel Sieber für ihr Buch „Gesunder Zweifel“. Darin wird über die dunkle Seite der Lobby-Macht im deutschen Gesundheitswesen aufgeklärt.

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